Sonntag, 26. Februar 2012

Zwei Toptitel auf Zeitschriften-DVD

Was ist los? Sowohl Gamestar als auch PC Games fahren in diesem Monat zwei absolute Spiele-Schwergewichte auf, die damals knapp an den Triple-A Titeln und dem großen Erfolg vorbeischrammten aber dennoch sehr gut sind. Viele Spieler werden sie deswegen bei ihrem Erscheinen “ausgelassen” haben. Eine gute Gelegenheit also, diese beiden Spieleperlen jetzt nachzuholen.

Divinity_2_Ego_Draconis

Nach Divine Divinity (2002) und Beyond Divinity (2004) präsentiert sich das im Juli 2009 erschienene Divinity 2: Ego Draconis von den Larian Studios als erster Teil der Serie mit aktueller 3D-Grafik. Und die ist selbst heute noch ziemlich hübsch. Der Held des Spiels ist ein angehender Drachentöter, der zum Abschluss seiner Ausbildung die Fähigkeit des Gedankenlesens erwirbt, dadurch aber aller seiner Fähigkeiten und seiner Erinnerung beraubt wird. Durch eine Wendung des Schicksals wird der Held jedoch wider Willen in einen Drachenritter verwandelt, er erbt die Fähigkeit selbst zum Drachen zu werden, jenen Wesen, die er eigentlich jagen und vernichten soll. Soviel zur interessanten Vorgeschichte, die nur den spannenden Hintergrund zur eigentlichen Handlung liefert. Die Gamestar XL bietet das geniale Rollenspiel leider ohne das ein Jahr später erschienene Addon Flames of Vengeance an, welches die Story zum Abschluss führt. Dennoch: Unbedingte Kaufempfehlung!

Prince of Persia: Die vergessene Zeit kehrte sich im Juni 2010 wieder von seinem direkten Vorgänger mit Cell-Shading Optik ab und orientiert sich grafisch als auch spielerisch wieder an der Sands of Time Trilogie. Der immer noch aktuelle Prinz kommt allerdings weitaus kampflastiger daher. Grafisch macht der Titel auch heute noch einiges her, hat sich doch seither in dem Bereich sowieso leider wenig getan. Spielerisch ist es schwächer als die Vorgänger, da der Fokus weniger auf kniffligen Klettereinlagen und dem Ausknobeln des richtigen Weges liegt, sondern mehr auf opulent dargestellten aber spielerisch eher schwachen Actionszenen. Das Spiel kostet im Handel noch immer etwa 20 Euro, ein Kauf der Zeitschrift lohnt sich deswegen für Genrefans allemal, denn wirklich schlecht ist der Titel immer noch nicht. Einen kleinen Kinken hat die Sache dann aber doch noch. Das Ubisoft-Spiel benötigt leider eine einmalige Onlineaktivierung vor dem ersten Start.

Montag, 13. Februar 2012

Erste Eindrücke von Tera

TERA_ScreenShot_20120212_184459Meine Level 9 Bogenschützin auf der wunderschönen und weitläufigen Startinsel.

Vor knapp zwei Jahren war das Online-Rollenspiel Tera – The exiled Realms of Arborea von Hanbit Software und Entwickler Bluehole eines der ersten Spiele, welches ich hier vorgestellt habe. Lange hat es gedauert aber die deutschen Publisher Frogster und Ubisoft bringen den Titel am 3. Mai zum Vollpreis mit monatlichen Abogebühren endlich auch hierzulande in den Handel. Vorbesteller sowie glückliche Gewinner, die einen Key bei Verlosungen auf großen Spielewebseiten ergattern konnten, hatten dieser Tage die Gelegenheit bei Serverstabilitätstests und einer Sneak-Peek einen ersten Blick auf das Massively Multiplayer Online Role-Playing Game (MMORPG) zu werfen. Vorbesteller dürfen sich zusätzlich noch in den kommenden Wochen bei einigen „Betatests“ schon vorab einen Eindruck machen.

Aus Zeitgründen hatte ich keine Gelegenheit wirklich tiefsinnige Eindrücke von Tera zu ergattern. Für einen groben Ersteindruck hat es mir aber durchaus gereicht. Aufgrund der ständigen Charakterlöschungen (wipes), musste ich auch stets von vorne anfangen, hatte so aber auch quasi zwangsweise die Gelegenheit mehrere Klassen anzutesten. Gleich vorweg, es gibt meiner Ansicht nach zwei positive Aspekte, die das Spiel aus der Einheitsbrei-Masse hervorheben und welche die beiden Gründe sind, warum man diesen Titel spielen möchte. Zunächst ist die Grafik von Tera fantastisch! Voraussetzung hierbei, der Asia-Syle mit seinen extrem sexy und sehr freizügigen Girls oder geschlechtlosen Emo-Jünglingen und testosteronstrotzenden Muskelpaketen als Kontrast auf männlicher Seite sowie niedlichen Wuschelfiguren, gefällt. Wer auf realistisch designte Charaktere wert legt, der ist hier definitiv falsch! Auch die Landschaftsdarstellung ist sehr bunt und detailliert. Hübsche Grafikeffekte, die sich durchaus State of the Art zeigen, runden den positiven Gesamteindruck ab.

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Wer eine Abneigung gegen unrealistische und freizügige Rüstungs-Bikinis hat, der sollte einen großen Bogen um Tera machen. Selbst die NPCs sind hier auf sexy Augenschmaus getrimmt.

Das zweite Herausstellungsmerkmal, wenn auch nicht Alleinstellungsmerkmal da das ebenfalls aus Süd-Korea stammende Vindictus (im Original Mabinogi Heroes) hier relativ ähnlich daherkommt, ist das Kampfsystem. Entgegen dem üblichen MMO-Standard wird hier wie in einem Actionspiel vorrangig mit den Maustasten gekämpft sowie mittels WASD-Tasten (halb-) aktiv gezielt und ausgewichen. Selbst eine Steuerung per Gamepad wird angeboten! Eine schöne Abwechslung, die durchaus fordert, wenn sie auch noch weit von einem offline Third-Person-Shooter entfernt ist.

Aber nicht alles ist grün auf der anderen Seite. Auch Tera hat, zumindest in der Anfangsphase, einige echte Nachteile, die ich in einem Post-2010 Spiel einfach nicht mehr sehen will. Der Spieler wird auf eine Startinsel entlassen, auf der er innerhalb von elf Leveln das grundlegende Spielprinzip kennenlernen soll. Wer auch nur ein anderes Online-Rollenspiel gezockt hat, hat aber spätestens mit dem erreichen von Level zwei die Steuerung und Bedienung verstanden, obwohl Tera eben mit einem andersartigen Kampfsystem daherkommt. Was dann kommt, ist leider relative Langeweile. Eine Story ist nicht einmal erkennbar. Der Spieler nimmt eine Standardquest nach der anderen an, killt ein Monster nach dem anderen und läuft kreuz und quer über die immerhin recht weitläufige Karte. Normalerweise bemühe ich mich, Questtexte zumindest anfangs zu lesen. Erst wenn sie zu sehr Einheitsbrei werden überspringe ich sie. Auf diese Weise bekomme ich zumindest einen Eindruck, was das Spiel zu bieten hat. Nicht so bei Tera. Lesen war komplett überflüssig. Von Anfang an wird von Quest zu Quest und Mob zu Mob gehastet. Bei meinem dritten Charakter habe ich es bis Level sieben durchgehalten, dann musste ich aus Langeweile eine Pause einlegen. Danach habe ich dann noch einmal bis Level neun ertragen, aber dann auch absolut keine Lust mehr gehabt, obwohl ich an dem Abend gerne noch bis Level elf gezockt hätte, um aus dem Anfangsgebiet herauszukommen und etwas mehr von dem Spiel zu sehen. Ich denke jeden Abend ein, zwei Stunden kann Tera Spaß machen, länger allerdings wird es kaum zu fesseln wissen. Zumindest gilt dies für die Anfangsphase. Laut Aussagen anderer Spieler soll es später besser werden, die Quests, so ab etwa Level 20 bis 25, sollen vielfältiger und storylastiger werden.

Die Charakterklassen zeigen sich schön Abwechslungsreich und unterschiedlich. Wobei die Balance nicht einheitlich zu sein scheint. Mein Bogenschütze tötete die Monster eindeutig schneller und reibungsloser als der Standardmagier oder der Mystiker (es ist merkbar, das ich Fernkämpfer bevorzuge). Inwiefern sich dies später ändert oder auswirkt, insbesondere beim PvP, mag ich anhand meines kurzen Eindruckes aber nicht sagen.

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Der Charaktereditor bietet vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten und Vorlagen und ist ein ausgezeichneter “Puppenbaukasten”.

Mein Fazit: Tera verspricht, ein höchst interessantes Online-Actionrollenspiel zu sein. Würde ich dafür 40 bis 50 Euro ausgeben und Abogebühren zahlen? Im Jahre 2012 nicht mehr! Dafür gibt mir das Spielprinzip zu wenig her. Wenn ich ein Standard-MMO mit Asia-Look zocken möchte, dann kann ich problemlos auf das inzwischen kostenlose und sehr gute Aion zurückgreifen. Wenn ich ein Action-MMO spielen möchte, dann gibt es da das bereits erwähnte ebenfalls kostenlose Vindictus. Dieses kommt konzeptionell sehr eigenständig und noch actionlastiger rüber und hat ebenfalls eine ziemlich gute Grafik. Fans hassen mich für folgende Aussage aber ich glaube, dass Tera idealerweise als kostenloses MMORPG mit Itemshop hätte veröffentlich werden sollen. Gerade die vielfältigen (sexy) Kostüme begeistern und sind nicht spielrelevant, hier hätte ein faires Modell geschaffen werden können, das auch konkurrenzfähig ist.

Freitag, 10. Februar 2012

Halbzeits-Übersicht der Magazin-Vollversionen

Es ist wieder die monatliche Halbzeit auf dem Spiele-Zeitschriftenmarkt mit einem Nachzügler und zwei Früherscheinungen. Fangen wir entsprechend mit der Computer Bild Spiele (CBS) an. Diese packt doch tatsächlich Venetica auf ihre Gold Ausgabe. Ein wirklich schönes Rollenspiel aus deutschen Landen mit frischem Setting aber fast typisch, leider mieser Technik. Und hier wird es lustig, normalerweise ist die Bild ja immer Vorreiter bei Spiele-Vollversionen. In diesem Fall hatte aber just die Gamestar den Titel schon vorletzten Monat im Angebot. Was sonst noch auf der Zeitung ist, ist nett aber nicht so besonders. Adventurefreunde könnten sich über die zwei Wallace & Gromit Episoden Der Hummelfluch und Lizenz zum Putten von den Fließbandarbeitern bei Telltale freuen. Eher mal wieder für Gelegenheitsspieler der Facebook-Generation ist schlussendlich der Geschicklichkeitstitel Moorhuhn – Juwel der Finsternis. Dafür wartet im Monat darauf ein echtes Schmankerl auf Vollversionsjäger: The whispered World heimste 2009 jede Menge Preise im Abenteuerspiele-Sektor ein.

Überhaupt ist in diesem Zwischenbericht einiges kurios. Scheinbar hat sich nämlich die Januar-Ausgabe der PC Games hervorragend verkauft, oder wie sonst ist es zu erklären, dass dessen Vollversion sowohl auf der PC Action 3 / 2012 also auch PC Games Hardware 3 / 2012 zu finden ist? Die Rede ist von Das schwarze Auge: Drakensang in der schönen Gold Edition. Wer es also wirklich immer noch nicht hat, den wird das trotz einiger Längen hervorragende Rollenspiel wohl schlicht einfach nicht tangieren.