Dienstag, 24. Januar 2012

Neue Spiele-Vollversionen

Langsam sind die fetten Monate auf dem Zeitschriftenmarkt wieder vorbei und der Alltag kehrt erneut ein. Dennoch ist die Ausbeute an guten Vollversionen nach Jahresanfang gar nicht so schlecht. Bei der Computer Bild Spiele (CBS) heißt es jedoch schnell zu sein, wenn noch Interesse an deren Vollversionen besteht. Die nächste Ausgabe mit dem deutschen Rollenspiel Venetica steht ab Mittwoch, 1. Februar, in den Zeitschriftenregalen. Bis dahin gibt es noch die Nummer 2 / 2012 mit dem bereits bekannten Rome Total War. Dazu kommt das erst vor einem Jahr erschienene Winter Sports 2011: Go for Gold. Die wenigen Tests des Titels von 49Games, unter anderem von der CBS selbst, klingen durchweg positiv. Eine wirkliche Überraschung ist das dritte große Spiel im Bunde: Sam & Max - Season 1. Fanden sich bisher von Telltale Games auf Zeitschriften meist nur einzelne Episoden ihrer durchweg beliebten Adventureserien, so gibt es hier tatsächlich einmal das komplette Spiel. Bleibt zu hoffen, dass Season 2 demnächst noch folgt. Das halbe Dutzend voll, machen drei Titel aus der „Deutschland spielt“-Reihe: Odyssee ins Ungewisse, Aerie sowie Farm Craft 2. Dieses Trio ist aber sicher nichts für „richtige“ Spieler.

Ebenso schon eine Weile erhältlich ist die PC Action 2/12. Sie offeriert das Übliche: Tom Clancy‘s HAWX fanden Zocker schon vorletzten Monat auf der PC Games. Auch eine weitere Computec-Zeitschrift bietet altbekannte Spielekost. Die PC Games Hardware möchte mit Die Gilde 2 ein paar zusätzliche Käufer locken. Ob dies gelingen wird? Als Benchmarktest eignet sich das Spiel jedenfalls nicht.

Die Gamestar überrascht Ende Januar in ihrer März-Ausgabe mit einem kleinen Schmankerl für Simulations-Freunde. Der erst im März 2010 herausgekommene U-Boot-Titel Silent Hunter 5 wurde auf die normale DVD-Ausgabe des Magazins gepresst. Bei Erscheinen galt der Titel als „Bugschleuder“, inzwischen können sich die Fans aber mit dem Spiel arrangieren.

king-s-bounty-armored-princess

Bereits 2008 erschien ein Spiel, das sowohl inoffizieller Nachfolger als auch Vorgänger ist. Die Rede ist von King’s Bounty. Während das 1990 erschienene Computerspiel (u. a. Amiga) als Vorläufer von Heroes of Might & Magic zählt, gelten die Versoftungen von Letzterem wiederum als Vorbild für das von Katauri Interactive entwickelte knallbunte Strategiespiel King's Bounty: The Legend. Auf der PC Games 2/2012 gibt es, anders als der Name vermuten lässt, leider nicht die komplette Packung mit King’s Bounty Complete. Denn jetzt wird es kompliziert. King’s Bounty: The Legend erschien damals in Deutschland bei Nobilis, sämtliche späteren Titel bei dtp. Das erste Addon wurde deswegen als eigenständig lauffähiges Spiel vermarktet und erschien im April 2010 unter dem Titel Armored Princess,  für das später dann noch das zweite Addon – also eigentlich das erste, wer kann noch folgen(?) - mit dem Namen Crossworlds veröffentlicht wurde. King’s Bounty Complete umfasst also die Gold Version von Armored Princess sowie das Addon Crossworlds aber trotz des Namens Complete selbstredend noch nicht das noch kommende dritte (zweite) Addon Warriors of the North. Wobei Gold im übrigen auch nichts anderes bedeutet als höchstens ein älterer Patchstand, dann das Addon Crossworlds ist bei beiden dabei. Jedenfalls konnte ich auf den ersten Blick keinen Unterschied zwischen Gold und Complete entdecken.

Dann wurde mir in einem Forum noch mitgeteilt, dass es tatsächlich noch eine weitere Zeitschrift mit Spiele-Vollversionen gibt. Die Rede ist von der alle zwei Monate erscheinenden Computer - Das Magazin für die Praxis. Eine Zeitschrift, die augenscheinlich auf absolute Anfänger ausgelegt und ziemlich billig aufgemacht ist. Die neue Ausgabe 3 / 2012 enthält immerhin gleich zwei unbekanntere  Spiele aus dem Jahr 2007: Combat Wings und Helicopter Simulation. Letzteres basiert auf dem Titel Airstrike 3D, weswegen es mit einer Simulation soviel gemein hat wie ein Egoshooter à la Doom mit einem Rundenstrategiespiel wie Jagged Alliance. Combat Wings hat seinen Namen schon eher verdient, flotte Arcade-Schlachten um Midway im Pazifik während des zweiten Weltkriegs.

Donnerstag, 12. Januar 2012

Keine Zeit zum Zocken?

Wie geht es Euch so? Habt Ihr auch eine riesige Liste mit tollen Spielen, die darauf wartet, abgearbeitet zu werden? Ich habe irgendwie Hunderte Games rumliegen, die ich noch nicht gebührend gezockt habe, insbesondere Rollenspiele auf PC und Konsole, dazu eine unendliche Liste an MMOs.

So habe ich seit der Umstellung Age of Conan (AoC) nicht mehr gespielt, obwohl ich es gerne mal wieder täte und jetzt sogar kostenlos kann, dabei habe ich es direkt vor der Ankündigung zur Free to Play (F2P)-Umstellung noch zwei Monate gezockt, einen neuen Char bis glaube ich Level 46 gespielt und mir gar das Add-on Rise of the Godslayer teuer gekauft. Vielleicht auch der Grund, warum ich jetzt nicht weiter zocke, das Add-on kann man F2P nämlich nicht spielen, nur das Startgebiet, und das ärgert mich irgendwie. Den neuen Charakter kann ich zum Glück allerdings weiter zocken, nur irgendwie ... tja, ich weiß nicht warum, der Mauszeiger wandert oft auf das Spiele-Icon, aber der Finger zuckt nicht und AoC wird nicht gestartet. Keine Ahnung wieso?

Auch Herr der Ringe Online liegt brach. Eigentlich ein nettes Game aber irgendwie packt es mich nicht, es mal weiter spielen zu wollen. Ich glaube ich habe es mindestens drei Mal angefangen und bin jedes Mal so bis Level 15 gekommen ...

Außerdem habe ich DC Universe auf der PS3 runtergeladen und angezockt, komme aber nicht dazu es weiter zu spielen, obwohl es ziemlich gut ist, insbesondere grafisch finde ich es ausgesprochen nett. Außerdem ist das Superhelden-Setting mal eine nette Abwechslung.

Und dann möchte ich gerne noch mal Lineage II, Everquest 2 und Star Trek Online ausprobieren. Von allen Dreien hatte ich früher schon die Beta oder Demo gezockt - aber nie sehr weit. Und auch Aion steht ja nun in den Startlöchern für F2P.

Bei Lineage II hatte ich bisher allerdings sowieso immer Login-Probleme. Von daher konnte ich es nach der Charaktererstellung - die funktionierte tadellos - nicht mal spielen. Zu Everquest 2 und Star Trek müsste ich mich jetzt allerdings noch wieder neu anmelden.

Das Schlimme ist, alle diese Spiele sind eigentlich wirklich gut. Sie alle fressen aber viel zu viel Zeit. Und bei mir ist irgendwie die Luft raus, wie vor fünf, sechs Jahren ein Spiel wie Guild Wars oder World of Warcraft jeweils 2000 Stunden und mehr zu zocken, um da einigermaßen „durch“ zu sein. Ich verzweifle im Moment sogar: Ist selbst Guild Wars 2 nichts mehr für mich?

Sollte ich vielleicht lieber so was wie Skyrim zocken? Damit ist man auch mehr als lang genug beschäftigt. Für Oblivion habe ich effektiv vier Jahre zum Durchspielen benötigt, zumindest, bis ich die Endsequenz endlich mal sah - weiterspielen tue ich seither immer noch mal hin und wieder, alleine die ganzen Mods und Add-ons könnten mich noch Jahrzehnte(!) beschäftigen.

Und dann gibt es sogar noch F2P Titel auf meiner „möchte ich gerne daddeln“ Liste. Rappelz und Free Realms und etliche andere habe ich ziemlich abgehakt aber Aika Online und Requiem möchte ich immer wieder noch mal gerne weiter machen. Selbst an ein Anarchy Online denke ich hin und wieder. Und auch beim schon erwähnte Guild Wars gibt es noch immer einiges, was ich tun könnte.

Neben der riesigen Auswahl an Titeln ist sicherlich ein geändertes Spielverhalten schuld an meiner Misere. 2005 und 2006 habe ich jeden Tag einige Stunden mit Freunden, Clan oder Gilde online gespielt. Wir haben via Teamspeak gechattet und unseren Spaß gehabt. Nicht nur Rollenspiele auch Shooter wie Joint Operations inkl. Escalations, Battlefield 2142 und Battlefield 2 standen auf unserer Liste. Aber die Zeiten ändern sich. Irgendwann wollte ich nicht mehr soviel online sein, sondern auch mal wieder andere Sachen machen. Das Problem, ist man erst mal „raus“, müsste man sich neue Mitspieler suchen. Dazu habe ich ehrlich gesagt keine Lust, nicht weil ich nicht mit anderen spielen möchte, sondern weil ich unabhängig von anderen zocken möchte – dann, wenn ich Lust und Zeit habe. Das macht jedes gemeinsame Spielen praktisch unmöglich. Und alleine machen die meisten Onlinespiele nicht mal halb soviel Spaß.

Klar, ich könnte einen festen Tag in der Woche vereinbaren. Ein paar meiner Freunde machen das. Die spielen nur noch einmal in der Woche, jeden Dienstagabend. Meist steht immer noch World of Warcraft bei ihnen auf dem Zettel. Aber ich kenne mich (und meine Familie) ich würde den Termin nicht immer einhalten können oder wollen. Außerdem müsste ich mich wieder auf ein festes Spiel konzentrieren. Nur welches sollte ich nehmen, es gibt doch so viele! Am besten wäre wohl, ich würde mich klonen. Dann könnte ich den ganzen Tag zocken und mein Doppelgänger könnte meine Pflichten erledigen. Aber halt, da gab es vor Urzeiten mal einen Film. Da ging das mächtig in die Hose. Das möchte ich auch nicht. Also, was tun? Habt Ihr eine Lösung? Gar nicht mehr spielen ist jedenfalls auch keine …

Mittwoch, 11. Januar 2012

Neue Rollenspiele für Handhelds

Während die großen HD Konsolen im Bereich der traditionellen Japano-Rollenspiele (JRPG) seit ihrem Erscheinen vor knapp einem halben Jahrzehnt leider extrem schwächeln, haben die portablen Handhelds hier die Rolle von Playstation 1 und 2 übernommen. Insbesondere auf der PSP, deren Nachfolger PS Vita nach ihrem Start in Japan derzeit ja noch etwas schwächelt, erscheinen immer wieder klassische JRPGs im besten Playstation 2 Look auf Sonys portablen Konsolen. Aber auch Nintendos DS wird noch regelmäßig fleißig versorgt, während der Nachfolger 3DS auch bei Big N eher in die Kategorie, nett zu haben aber keinesfalls Pflicht, fällt. Die neuste Handheld-Generation wird also noch eine Weile brauchen. Trotzdem, hier mal ein paar kommende mobile Titel für Nintendo DS, Sony PSP und Vita, die Fans von klassischen Konsolenrollenspielen im Auge behalten sollten.

Shining Blade (PSP):

Shin Megami Tensei – Devil Survivor 2 (DS):

Genso Suikoden - The woven Web of a Century (PSP):

Tales of the Heroes - Twin Brave (PSP):

Ys: Celceta, Sea of Trees (PS Vita):

Tales of Innocence R (PS Vita):

Persona 4: The Golden (PS Vita):

Freitag, 30. Dezember 2011

Vollversionen-Rutsch ins neue Jahr

Die Computer Bild Spiele ist ja schon eine Weile raus, wer sie immer noch nicht hat, der sollte unbedingt zuschlagen, denn das bereits in der letzten News erwähnte Alpha Protocol ist wirklich ein tolles Game. Außerdem finden sich noch zwei Teile von Telltales Wallace & Gromit's Grand Adventures mit auf den Datenträgern. Und zwar die Episoden Urlaub unter Tage sowie Das Hundekomplott. Den Abschluss des Vollversions-Geschenkkorbes macht der völlig unbekannte Raser Downtown Challange. Ich habe ihn nicht ausprobiert, grafisch etwas schlicht könnte er aber ja durchaus eine Weile Spaß machen. In der Vorschau offenbart die Computer Bild Spiele, das in ihrer Januar-Ausgabe der Strategie-Klassiker Rome Total War in der Gold Edition von 2006 als Vollversion lauert.

Auch die PC Action ist schon raus und enttäuscht, da nur Wheelman drauf zu finden ist, welches ja schon vorletzten Monat auf der PC Games war. Die Gamestar XL lockt mit dem sehr guten deutschen Adventure Geheimakte 2: Puritas Cordis aus dem Jahre 2008, welches sich als mehr als würdiger Nachfolger entpuppte. Ein echtes Schmankerl finden Rollenspielfans auf der PC Games. Ideal für die verschneiten Wintermonate: Das schwarze Auge: Drakensang Gold Edition.

Freitag, 2. Dezember 2011

Dragon Age – Redemption: fehlende Episoden

Wie versprochen folgen hier nun noch die zwei fehlenden Episoden der Web-Miniserie Dragon Age – Redemption.

Folge 5:

Folge 6:

Online-Adventskalender für Computernutzer

Vor ein paar Jahren hat es sich eingebürgert, dass zahlreiche Webseiten im Advent einen besonderen Kalender für ihre Besucher anbieten. Auch in diesem Jahr ist wieder einiges dabei, was Computernutzer aber auch Zocker interessieren dürfte.

Am bekanntesten ist wohl der Chip-Adventskalender hinter dessen Türchen sich jeden Tag, im Durchschnitt recht gute, Anwendungssoftware findet. Auch die Konkurrenz von PC Welt lässt sich nicht lumpen und offeriert ihren eigenen Kalender. Weniger schön zeigt sich der Web-Adventskalender der Zeitschrift Stern. Hier wurde einfach der Kalender vom vergangenen Jahr reaktiviert, sodass die dortigen Anwendungsprogramme heute alle ziemlich veraltet wirken. Dafür gibt es aber auch ein paar Spiele abzusahnen. Die PC Praxis mischt ihren Kalender ziemlich durch: An manchen Tagen gibt es Software, an anderen ein Gewinnspiel. Heute etwa das Roccat Isku Illuminated Gaming Keyboard.

Etwas anders gestaltet sich der Adventskalender von der Zeitschrift Computer Bild. In diesem findet sich jeden Tag eine neue Preisfrage, bei dessen richtiger Beantwortung es unter Umständen Notebooks, Desktop-PCs und vieles mehr zu gewinnen gibt. Ebenso verfahren Gamestar und Gamepro. Im gemeinsamen Kalender gibt es jeden Tag Hardware für Spiele-PCs zu gewinnen.

Selbst Microsoft lässt sich nicht lumpen und schenkt jedem Besucher von Microsoft-Press, der seine E-Mail-Adresse angibt, den Downloadcode für ein kostenloses E-Book. Zur Zeit etwa „Microsoft Office 2010 auf einen Blick“. 

Die Vollversionen zu Weihnachten

Die Weihnachtsausgaben der aktuellen Spielezeitschriften finden derzeit ihren Weg in die Händlerregale und bieten pünktlich zu den kommenden Ferien für Zocker wieder ausreichend Gelegenheit, sich zwischen den Feiertagen mit zahlreichen Spielevollversionen die Langeweile zu vertreiben.

Wie üblich bereits etwas vorab erschienen ist die PC Action, die dieses Mal wieder mit einer Verwurstung der Oktoberausgabe ihrer Schwesterzeitschrift PC Games aufwartet. Nichtsdestotrotz ist das alleine lauffähige Addon der Gilde 2 mit dem Titel Renaissance für Fans des Handelsspiel-Genres sicher einen Blick wert.

Wie hätte es anders sein können? Zum Release des heißbegehrten neuen Anno 2070 lockt die Gamestar mit dem zweiten Part der inzwischen fünfteiligen Serie auf Heft-DVD. Das von Liebhabern hochgeachtete Anno 1503 erschien bereits im Jahre 2002 und ist nicht ausschließlich nur noch für Nostalgiker einen Blick wert. Hochwertig geht es auf der XL Ausgabe des Magazins weiter. Der für seine Adventures geschätzte deutsche Entwickler Deck13 veröffentlichte im September 2009 das Rollenspiel Venetica (GamersGlobal-Wertung 8.0), welches mit ausgefeilter Story und hübschem Comiclook verzauberte.

Der erste Teil von Ubisofts Flieger-Action Tom Clancy’s HAWX, erschienen im März 2009, wurde auf den Datenträger der PC Games gepresst. Grafisch immer noch schick verspricht der Titel rasante aber unrealistische Kämpfe hoch oben am Himmel.

Noch bis zum ersten Mittwoch des monats lässt die Computer Bild Spiele sich wie üblich etwas länger mit ihrem erscheinen Zeit. Dafür dürfen sich Zocker auf Segas Alpha Protocol (GamersGlobal Wertung 8.0) freuen. Die Mischung aus Rollenspiel und 3rd-Person-Shooter fand im Mai 2010 zahlreiche Anhänger, die gnädig über viele technische Macken und Nickligkeiten hinwegsahen. Wer Deus Ex: Human Revolution schon durch hat und sich die Zeit bis Mass Effect 3 vertreiben möchte, der liegt hier goldrichtig.

Mittwoch, 2. November 2011

Fernsehserien für das Internet:

Dragon Age – Redemption

Die Spieleschmiede BioWare ist seit seligen Baldur’s Gate Zeiten bekannt für seine epischen Rollenspiele, die sich insbesondere durch ihre ausführliche Charakterdarstellung auszeichnen. Die Schauspielerin Felicia Day ist im Internet bekannt für ihre Webserie The Guild, welche auf hervorragend komische Art und Weise die Online-Rollenspieler auf die Schippe nimmt. Wie schon länger bekannt, haben sich diese beiden zusammengefunden, um eine weitere Internet-Fernsehserie zu produzieren. Vier der geplanten sechs Episoden sind bereits erschienen und können unten angeschaut werden.

Webserien erfreuen sich bei Publikum aber insbesondere auch Produzenten immer größerer Beliebtheit – bei letzteren aus den verschiedensten Gründen. Sei es das bereits erwähnte The Guild, wo sich Felicia Days selbst verwirklichen konnte. Sei es ein Riese – Kingdom Falling, wo niemand das Budget für eine richtige TV-Serie aufbringen wollte, das eine postapokalyptische Endzeitwelt mit Fantasy-Touch verschlungen hätte. Immerhin ist diese Serie sogar komplett auf deutsch synchronisiert worden. Sei es Mortal Kombat Legacy, um einen Testballon für einen angedachten dritten Spielfilm zu starten, um zu sehen, wie groß der Zuspruch unter Umständen wäre. Gemeinsam haben sie, das sie durchgehend positiv vom Publikum aufgenommen wurden. Weder die kurzen Spielzeiten von durchschnittlich zehn Minuten je Folge noch das meist minimale Budget, gegen das selbst deutsche Kinoproduktionen wie stolze Hollywood-Schinken wirken, erzeugen viel Kritik. Einem geschenkten Gaul schaut man halt nicht ins Maul und solange die Story sowie die schauspielerischen Leistungen überzeugen, warum nicht?

Die Miniserie Dragon Age – Redemption spielt zur Zeit das zweiten Teils der Rollenspiel-Saga. Felicia Day mimt die Elfen-Assassine Tallis, die von den Qunari beauftragt wurde einen schurkischen Magier zur Strecke zu bringen. Auf ihrem Weg kreuz und quer durch die Welt trifft sie auf die unterschiedlichsten Mitstreiter, die nicht immer die gleichen Ansichten teilen aber sich zusammenraufen, da alle schließlich dasselbe Ziel verfolgen.

Folge 1:

Folge 2:

Folge 3:

Folge 4:

Die beiden noch fehlenden Folgen werden nach Erscheinen hier selbstverständlich noch eingetragen.

Weiterführende Links:

Twitter-Account von Felicia Day

The Guild

Dragon Age - Redemption

Mortal Kombat Legacy

Riese - Kingdom Falling (deutsch)

Vollversionen Update

Tja, einer der schlechtesten Monate was Vollversionen angeht für die Computer Bild Spiele. Auf der Silber-Edition findet sich das für Fans sicherlich interessante Action-Rennspiel Alarm für Cobra 11 - Crash Time aus dem Jahr 2007, das damals durchaus gute Wertungen einkassieren konnte.

Zusätzlich ist auf dem Datenträger noch der “Erstelle ein Tier”-Editor aus dem Sims 3 Addon Einfach Tierisch mit drauf. Was ich jetzt nicht als eigenständiges Spiel sondern eher als Spielerei bezeichnen würde.

Auf der Gold-Ausgabe auf zwei DVDs verteilt gibt es ausschließlich das schon erwähnte Herr der Ringe Online. Das kann man sich natürlich auch kostenlos im Netz runterladen. Wer nichts bezahlt und auch das (die) Addon(s) (es kommt bald ein zweites) extra kauft, der kommt allerdings auch nicht sonderlich weit, viele Gebiete und der höchste Level bleiben einem verwehrt. In der kostenlosen Variante auch noch zahlreiche andere Gegenstände und Waffen, für die man im Itemshop zahlen muss. Von einem "vollen" Spiel kann also keine Rede sein.

Freitag, 28. Oktober 2011

Top Vollversionen im November!?

So etwas kann passieren. Am vergangenen Sonntag war mit einmal mein Internet weg. “Nichts dramatisches”, dachte ich mir noch, kam es doch hier in den Ausläufern der Metropole alle Jubeljahre immer mal wieder vor. Als am Montag das Web aber immer noch nicht zu erreichen war, fing ich an, mir Gedanken zu machen. Am Folgetag erwischte ich einen Nachbarn: “Nö, bei mir läuft alles bestens”, erklärte er mir, dem leicht verblüfften Schreiberling. Eine gründliche Untersuchung meiner Computerhardware ergab, dass mein mir bis dato sehr treuer Billigrouter nach fast sieben Jahren den Geist aufgegeben hatte. Also flugs ins nächste Einkaufszentrum (mangels Internet konnte ich ja in eben diesem nicht einfach online einen neuen bestellen) und mir ein neues Gerät besorgt, dieses Mal allerdings was “wertiges” (hoffe ich). Alles schön ausgepackt, aufgebaut und angeschlossen und dann, tja, dann kam der Schock! Meine Zugangsdaten waren nur im Router gespeichert, wo ich sie vor Urzeiten, zu eben dessen Anschaffung, eingetragen hatte. Und der Zettel des Providers war trotz emsiger Suche schlicht nicht mehr aufzutreiben. Ich nehme an, er hat den letzten Umzug einfach nicht überlebt … “uups”. Zum Glück im Unglück half die Hotline meines Internet-Dienstleisters unkompliziert aus und schickte mir postalisch neue Zugangsdaten. Diese kamen dann am Donnerstagnachmittag an (was ‘ne lahme Post hier) und ich jubelte schon innerlich. Auf die Freude folgte alsbald Ernüchterung, irgendwie wollte es mit der Internetverbindung einfach nicht klappen. Hatte etwa der neue Router eine Macke? Nach einem Abend voller Verzweiflung wagte ich am heutigen Freitagmorgen noch einen letzten Versuch: Bingo – die Verbindung stand! (Wieso auch immer …)

So, was sollte jetzt diese Odyssee über mein persönliches Schicksal? Nur eine kleine Erklärung, wieso der Artikel mit den November-Vollversionen erst jetzt erscheint. Also bevor ich meine lieben Leser noch weiter langweile, beginnen wir doch lieber mit den neuen Spielen.

Turnusgemäß macht schon seit zwei Wochen die PC Action ihre Runde und bietet seither das ziemlich gute Action-Rollenspiel Sacred 2 – Fallen Angel. Wer es also schon immer haben wollte und die vorletzte PC Games verpasst hat, kann jetzt hier zuschlagen. Computecs Zeitschriften-Flaggschiff PC Games brüstet sich diesmal hingegen mit Vin Diesels missglücktem Versuch, erneut (nach dem sehr guten Chronicles of Riddick) als Videospielheld in die Annalen einzugehen. Das im März 2009 erschienene Wheelman mit seiner Mischung aus Action-Rennspiel samt Schießeinlagen fuhr eher durchwachsene Wertungen ein.

Besser macht es im nasskalten November die Gamestar! Auf der Standardausgabe mit einer DVD finden Käufer das hübsche Grafikadventure Alter Ego, an das hohe Erwartungen geknüpft waren, stammt es doch von den Schöpfern des ersten Black Mirror, welches Fans des Genres trotz fest vorgegebener, niedrig(st)er Auflösung selbst heute immer noch lieben. Alter Ego hingegen erschien im März 2010 und machte deutlich, warum Black Mirror 2 zum Glück nicht mehr von Future Games aus Tschechien stammte. Die Gamestar XL fährt dann zusätzlich noch das sehr gelungene Strategiespiel World in Conflict aus dem Jahr 2007 auf. Wie bei Zeitschriften üblich allerdings in der geschnittenen "USK 16"-Fassung, was aber gerade bei einem Strategiespiel nicht so sehr stören sollte. Hübsch anzusehen ist World in Conflict zudem immer noch.

Die Computer Bild Spiele (CBS) wird kommende Ausgabe hingegen wahrscheinlich etwas geizen. In der Vorschau wurde ein Free to Play (F2P) Onlinerollenspiel genannt, sodass Leser sich wohl nur auf eine anstelle zweier "großer" Vollversionen freuen dürfen.

 

Übrigens: Zu meinem erstaunen musste ich feststellen, dass mir die Woche ohne Internet eigentlich ganz gut gefallen hat …

Donnerstag, 29. September 2011

Heißes Gamer-Girl im Retro-Fieber

Playboy Häschen Jo Garcia ist schon länger “wrapped up in Games”. Auf der Webseite http://www.playboy.com/games/jo-garcia-free-wallpaper findet sich das passende Wallpaper, frei nach dem Motto: “Hot Girl – cool Consoles”. Vor wenigen Tagen dann veröffentlichte Jo ein Video, das die Evolution des Gamings der vergangenen Jahrzehnte, bzw. von dessen Eingabegeräten, auf ungewöhnlich sinnliche Weise veranschaulicht. Da bekommt der Begriff Joystick gleich eine völlig neue Bedeutung! ^^

Wer mit Jo Garcia persönlich in Kontakt treten möchte oder stets über ihre Aktivitäten auf dem laufenden sein möchte, der kann dies über ihren Twitter Account tun: http://twitter.com/#!/gamernextdoor. Dort finden sich auch Links zu ihren Playboy Seiten.

Viel Spaß beim Anschauen:

Und wo wir gerade schon bei der Zweckentfremdung von Eingabegeräten sind. Schon etwas älter aber immer noch mehr als kurios: http://www.gamegirladvance.com/2002/10/sex-in-games-rezvibrator.html. Der Trance Vibrator der Playstation 2 Version des künstlerischen Shooters REZ findet hier, trotz seines Namens, eine totale Zweckentfremdung. Wenn Freundin oder Frau sich bisher resistent gegenüber der Spieleleidenschaft ihres Partners gezeigt hat, wäre dies das perfekte Geschenk, ihre Spieleabstinenz zu beenden …

Ein entsprechendes (selbstgemachtes) “Werbevideo” lässt sich demzufolge auch auf You Tube finden:

Mittwoch, 28. September 2011

Vollversionen für den Herbst

Schnäppchenjäger stehen wie jeden Monat um diese Zeit wieder in den Startlöchern. Das Gros der aktuellen Spielezeitschriften erscheint dieser Tage und auf ihren Heftdatenträgern finden sich regelmäßig neue Vollversionen von Games, die kürzlich noch sehr viel Geld gekostet haben.

Bevor wir allerdings zu den neuen Magazinen kommen, schenken wir der letztmonatigen Computer Bild Spiele, die noch immer im Handel erhältlich ist, unsere Aufmerksamkeit. Tropico 3 wurde ja schon in der News vor vier Wochen erwähnt, damals noch nicht bekannt war ein zweites, wirklich gutes Spiel, nämlich Sonic & Sega All-Stars Racing. Das Game wurde meiner Ansicht nach meist vielleicht etwas hoch bewertet, da die Grafik doch sehr zweckmäßig (höflich für armselig) ausfiel und der Schwierigkeitsgrad auch eher niedrig angesiedelt ist, das Spiel also auch recht schnell durchgezockt ist. Dennoch ist es eine Mords-Gaudi und ein großer Spaß, gerade im Multiplayer - und so viele Fun-Racer gibt es auf dem PC ja nun auch nicht gerade. PC zockende Fans von Mario Kart, an denen Segas Maskottchen bisher vorbeigerauscht ist, sollten mal einen Blick riskieren. Gerade Dreamcast Fans freuen sich auf ein Wiedersehen mit weiteren spielbaren Charakteren wie Ryu Hazuki aus Shenmue oder Ulala aus Space Channel 5.

Der dritte bis zur Veröffentlichung der Zeitschrift unbekannte Titel war der Spreng- und Abriss-Simulator. Für Fans dieser Art von Titeln sicherlich ein gutes Spiel, für Hardcore-Zocker eher nichts.

Als Vorschau lauerte auf der Computer Bild Spiele für die kommende Ausgabe wieder eine Überraschung. Mit Prince of Persia (inoffizieller Untertitel: The Journey Begins) sollte im Dezember 2008 ein Reboot der Serie nach der inzwischen etwas ausgelutschten Sands of Time Saga, erfolgen. Leider (und mir unverständlich, ich finde gerade diesen Titel besser als die anderen) floppte der inzwischen zwölfte(!) Teil. Weder der neue Stil noch die Unsterblichkeit kam bei den Spielern an. Stattdessen wurde danach das Sands of Time Konzept wieder ausgegraben und mit The forgotten Sands praktisch zeitgleich zum Film fortgesetzt. Wer sich auf ein ca. 20 Stunden langes Jump & Run mit meiner Ansicht sehr schönen (und lustigen) Dialogen zwischen typisch namenlosem Prinz und Sidekick Aika einlässt, bei dem man eben nicht die gleichen Abschnitte noch und nochmals zocken muss, weil man mal wieder draufgegangen ist, der wird mit dem 2008er Solowerk sicher viel Freude haben.

Bis auf eine Ausnahme übt sich der Computec Verlag in ihren druckfrischen Publikationen wieder in Zweitverwertung, weswegen diese rasch abgehandelt werden können. Die PC Action 10 / 2011 liefert den grafisch hübschen und noch immer ziemlich aktuellen Arcade-Racer Nail’d, bei dem der Spieler mit feschen Quads über staubige Pisten heizt. Ausnahmsweise findet an dieser Stelle auch einmal die PC Games Hardware Erwähnung, auf ihrer DVD gibt es nämlich das erstklassige Strategiespiel Company of Heroes, welches damit inzwischen so ziemlich jeder Zeitschrift beilag. Nur auf der PC Games gibt es etwas frisches, sofern man bei einem Mittelalter-Handelsspiel von frisch sprechen kann: Die Gilde 2: Renaissance ist ein alleine lauffähiges Addon von 2010 und bietet neue Berufe und Gebiete für Geldmacher.

Interessanterweise liefert die Gamestar in ihrer Ausgabe 11/2011 einen recht ähnlichen Titel: Die Siedler 2: Die nächste Generation ist ein Remake eines der beliebtesten Teile der erfolgreichen Serie und erschien pünktlich zum zehnjährigen Geburtstag im Jahr 2006. Über das zeitlose Spielprinzip müssen an dieser Stelle keine großen Worte verloren werden. Auf der XL DVD der Gamestar gibt es für Fans des Action-Rollenspiels Titan Quest die 2007er Erweiterung Immortal Throne. Das Addon benötigt das Hauptprogramm, das sich vor zwei Monaten auf der Gamestar XL fand und alternativ auch auf der PC Action 5 / 2011 oder der PC Games 2 / 2011.

Dienstag, 27. September 2011

Der kleine Notebooktest

Ein Hardware-Sonderbericht auf rpcg.blogspot.com

Das Acer Aspire TimelineX 4830T gegen das Asus X43SV

Als Käufer von Computerhardware hat König-Kunde meist die Qual der Wahl. Der folgende Erfahrungsbericht möchte nach einer kleinen persönlichen Geschichtsstunde das Acer Aspire TimelineX 4830T mit dem Asus X43SV vergleichen.

Schon vor vielen, vielen Jahren, als ich neben dem Schreiben von Spieletests zu Adventures noch den Hardware-Corner für das monatlich im PDF-Format erscheinende, englischsprachige Online-Spielemagazin „The Inventory“ (Gott hab es selig) betreute, faszinierten mich diese kleinen, meist anthrazitfarbenen Plastikkistchen in denen neben einem kompletten PC auch noch ein Bildschirm eingebaut war. Die Rede ist selbstverständlich von Notebooks, im anglistischen Sprachraum meist Laptop genannt.

Meinen ersten „Laptop“ habe ich als junger „Padawan“ auf einer kleinen Computermesse Ende der 80er Jahre erblickt. Eigentlich war der Bolide von Siemens-Nixdorf nichts anderes als ein typisches Desktopgehäuse mit einem winzigen Röhrenmonitor an der Front und einer Tastatur, die zur Abdeckung davor geklemmt wurde. Seither hat sich eine Menge getan.

Es sollten viele Jahre ins Land gehen, bis ich selbst Hand an meinen ersten eigenen Portablen legen durfte. Dabei handelte es sich um ein 12 Zoll Gerät der auch mir völlig unbekannten Marke Inex, den meine Freundin anschleppte. Das Gerät besaß einen 486er DX4 Prozessor mit wahnwitzigen 100 MHz Taktfrequenz, 8MB RAM, eine 3,5 Zoll Floppy, koreanisches Tastaturlayout und einen fetzigen Trackball als Mausersatz. Über einen PC Card Schacht (ehemals PCMCIA) ließen sich Erweiterungsgeräte anschließen, so kaufte ich mir später ein sündteures 16x Slimline CD ROM Laufwerk dafür. Als Betriebssystem kam Windows 95 zum Einsatz, was ganz gut lief. Aufgrund des lächerlichen RAM-Ausbaus war der Betrieb von mehreren Programmen gleichzeitig aber nicht zu empfehlen. Eine uralte Version von Winamp langte zum Abspielen der gerade aufkommenden MP3s, fing aber an zu stottern, sobald der Rechner noch anderweitig beschäftigt werden sollte. Ans Internet ist die Kiste aus Sicherheitsgründen selbstredend schon nicht mehr gegangen. Ich nutzte diesen  „ Schlepptop“   aber tatsächlich noch bis in die Mitte der 2000er, hauptsächlich, um gemütlich im Garten lümmelnd, ein wenig zu tippen. Aber auch hier erwies sich die Wahl der Software als Trickreich. Die Hardwareanforderungen der meisten Windows-Textverarbeitungen lagen zu der Zeit einfach über den ihnen angebotenen acht Megabyte. Selbst ein Winzling wie Abiword war unbedienbar. Einzig das im Verhältnis weitaus mächtigere Word 95, benötigt übrigens nur knapp über 20 MB Speicherplatz(!) auf der Platte, lief problemfrei und flüssig.

Erst im März 2008 war es dann soweit, ich kaufte mir einen sündteuren Desktop-Replacement. Ein 17 Zoll Samsung R700 Deagan mit Core 2 Duo T9300 Prozessor (2,5 GHz), drei GB RAM, 250 GB Festplatte und GeForce m 8600GT Grafikkarte. Das Display hatte eine Auflösung von 1368x786 Bildpunkten im großflächigen 16:10 Format. Ich wählte ein Notebook mit jener Auflösung, weil mir das bei einem 17 Zoll Bildschirm ausreichend schien, immerhin hatten die alten 17 Zoll 4:3 TFTs auch nur 1280x1024 Pixel und die damalige Mittelklasse-Grafikkarte sollte Spiele ja auch nativ flüssig darstellen können. Mit knapp drei Kilo Fliegengewicht und einem extrem flachen Gehäuse sowie gefälligem Design bot das Notebook außerdem auch einiges fürs Auge. Das Gerät wäre selbst heute noch ein absolut alltagstauglicher Begleiter, wäre nicht nach ziemlich genau drei Jahren die Grafikkarte abgeraucht. Wie mir Recherchen im Internet bestätigten, handelte es sich um einen Produktionsfehler bei NVidia. Und leider lohnt sich eine Reparatur heutzutage gar nicht mehr.

Netbook oder Webpad - die Alternativen?

Nun hatte ich zufällig zwei Monate vor dem GAU ein hübsches kleines 10,1 Zoll Netbook angeschafft, ideal zum Couch-Surfen, und wollte eigentlich zunächst kein neues Notebook mehr kaufen. Das Netbook ist ein weißes, leicht aufgebohrtes Samsung Sens N145 plus mit 1,6 GHz N450 Atom Prozessor, Intel HD 3150 Grafikkarte, mattem Display mit 1024x600 Bildpunkten, 250 GB Festplatte und zwei Gigabyte Arbeitsspeicher. Als Betriebssystem kommt Windows 7 Professional in der 32 Bit Version zum Einsatz. Leider fehlt dieser Geräteklasse ein HDMI- bzw. DVI-Ausgang, wer so ein Gerät als Mediencenter nutzen möchte, der muss mit VGA vorliebnehmen und den Ton über ein Extrakabel ausführen, auch kann man HD Filme eigentlich vergessen, dafür sind die Netbooks einfach zu leistungsschwach.

Ich persönlich finde Netbooks dennoch um einiges praktischer, als die derzeit so hippen Webpads. Zum einen haben sie ein „richtiges“ Betriebssystem, es laufen also vernünftige Anwendungsprogramme und nicht nur kleine Apps, zum anderen kann man auf der nicht virtuellen, da aus echten Plastiktasten bestehenden „Klaviatur“, wirklich weitaus(!) besser schreiben. Und ja, ich weiß wovon ich rede, in meinem Bekanntenkreis finden sich zwei Apple iPads und ein sieben Zoll Samsung Galaxy Tab. Webpads werden für mich dann interessant, wenn sie die Leistungsstärke von Notebooks erreichen und es Dockingstationen für den Anschluss von externen Geräten wie Monitor und Tastatur gibt und der Nutzer zwischen einem herkömmlichen, richtigen Desktop und der ikonisierten Touchoberfläche hin- und herschalten kann. Das kommende Windows 8 zielt ja bereits in diese Richtung. In dieser Hinsicht bin ich also schon sehr gespannt, was die Zukunft bringt.

AcervsAsus

Das Asus X43SV (links) tritt gegen das Acer Aspire TimelineX 4830T an.

An dieser Stelle möchte ich nun endlich mit meinem eigentlichen Vergleichstest beginnen. Dabei dreht sich alles um zwei 14 zöllige Geräte. Ein Format, das meiner Meinung nach für portable Notebooks einen idealen Kompromiss zwischen Portabilität und Bildschirmgröße bietet. Im Frühjahr bekam meine Frau ein Acer Aspire TimelineX 4830T von ihrer Firma gestellt. Das Gerät bietet einen Core i3 2310M Prozessor mit 2,1 GHz Taktfrequenz, vier GB RAM, eine Intel HD 3100 Grafikeinheit und eine 500 GB Festplatte. Das TimelineX kostet mit dieser Ausstattung derzeit etwa 650 bis 660 Euro. Dem Gegenüber möchte ich ein Asus X43SV stellen. Wie gesagt, eigentlich wollte ich erst einmal gar kein neues Notebook mehr kaufen, liebäugelte als alter Technikfreak aber natürlich trotzdem ständig mit einem „großen” tragbaren Begleiter und schlug dann vergangene Woche sehr spontan zu, als mir ein verlockendes Angebot ins Haus flatterte.

Anstelle von 600 Euro war das Asus bei einem großen Internet-Versandhändler für 450 Euro zu bekommen. Viel mehr wollte ich für ein weiteres Notebook auch nicht ausgeben. Mein abgerauchter 17 Zoller hatte damals weit über 1000 Euro gekostet. Im Fall, dass ein solches Gerät wieder nach nur drei Jahren, wenn es zu der Zeit dann überhaupt noch vernünftig mit moderner Software nutzbar ist und eh ausgetauscht werden muss, erneut das zeitliche segnet, ist eine solche Investition für ein Zweitgerät neben dem Desktop für mich privat absolut nicht mehr nötig. Zur Ausstattung meines neuen Asus zählen eine zum Aspire identische Core i3 CPU, ebenfalls vier GB RAM, nur eine 320 GB Festplatte aber dafür eine „vernünftige“ Grafikkarte: eine GeForce GT 540m. Auf beiden Geräten kommt Windows 7 Home Premium 64 Bit zum Einsatz.

Beginnen möchte ich mit den Äußerlichkeiten. Das Acer kommt in einem gefälligen aber etwas spröden Charme versprühenden metallicblauen Magnesiumgehäuse daher und wirkt äußerst stabil. Die Tasten sitzen bombenfest, besitzen einen ziemlich niedrigen Druckpunkt, dennoch lässt sich sehr angenehm darauf tippen. Das Asus hingegen ist ein Plastikbomber, wenn auch ein sehr schicker, einzig um die Tastatur findet sich eine Aluminiumabdeckung. Die Tastatur selbst ist einen Tick weicher gelagert und wenn man einen der Keys in der oberen Reihe drückt, dann biegt sie ein Stück nach unten. Generell empfand ich das Schreiben dennoch als ein wenig angenehmer, da sie nicht ganz so straff daherkam. Die Touchpads beider Computer sind schön groß und multitouch-, also gestenfähig, wer damit arbeiten mag oder muss wird also keine Probleme haben. Ottonormaluser stöpselt sowieso eine Maus an.

Bei den Anschlussmöglichkeiten bieten die zwei Probanden die übliche Standardkost. Je drei USB 2.0 Anschlüsse, LAN, W-LAN, DVI, VGA, Speicherkartenleser und Bluetooth gehören in dieser Kategorie zum guten Ton. Schade ist, dass noch kein USB 3.0 vorhanden ist. Eine kleine Besonderheit bietet das X43SV, neben der Webcam ist im Gehäuserahmen eine kleine Leuchtdiode zur Betriebsanzeige angebracht, was verhindert, dass die Kamera vom Nutzer unbemerkt läuft.

Im Betrieb bleibt das Acer 4830T angenehm kühl, selbst unter Volllast, und der Akku hält bis zu stolze acht Stunden durch. Kein Vergleich dazu das Asus X43SV. Dieses wird recht warm und der Akku belebt den tragbaren Weggefährten nur für knapp die Hälfte der Zeit, was beides sicherlich zum nicht unerheblichen Teil der Grafikkarte geschuldet ist.

Wo sich beide fast gar nichts tun ist unter anderem das Gewicht. Interessanterweise ist das Asus mit 2,4 Kilogramm ein klein wenig schwerer als das Acer mit 2,2 Kilo und seinem Metallgehäuse. Ebenfalls „identisch“ ist der spiegelnde TFT Bildschirm mit 1366x768 Bildpunkten im für Filme und Excel optimierten 16:9 Format. Im Innenraum bei idealen Lichtverhältnissen und dem richtigen Einblickwinkel sind die Farben knackig bunt und das Bild ist perfekt scharf. Sobald der Benutzer allerdings seine Position etwas verändert, flaut der Eindruck erheblich ab. Die Bildschirmhelligkeit beider Computer ist für den Außeneinsatz aber ausreichend, sofern es nicht zu sonnig wird. Schade, dass 99 Prozent der Notebookdisplays nicht ansatzweise mit normalen Desktopbildschirmen mithalten können. Aufgabenbereiche wie Bild- oder Videobearbeitung sollte man tunlichst am externen Schirm bewältigen.

Wo die zwei Winzlinge überraschen ist der Sound. Zwar bieten beide Laptops den obligaten Realtek Audiochip aber kommen mit guten Speakerleisten über dem Keyboard daher. Anders als das Gros der Notebooks punktet Acer mit seinem Dolby Home Theater Sound, einen besseren Klang habe ich bei tragbaren Computern und ihren eingebauten Lautsprechern noch nicht gehört. Auch das Asus offeriert mit seinen Altec Lansing Speakern Tonqualität, die weit über dem Durchschnitt liegt. Zu euphorisch sollte man jetzt aber nicht werden, von richtigen 2.0 Aktivboxen im Preisbereich 50 Euro aufwärts sind beide Geräte noch weit entfernt. Aber um einen Podcast oder einem Hörspiel zu lauschen oder das (Internet-) Radio im Hintergrund dudeln zu lassen, reicht es allemal. Audiophilere Menschen schließen eh vernünftige Kopfhörer an.

Bei allen bisherigen Punkten lag eindeutig das teurere Acer mal mehr, mal weniger weit vorne. Kommen wir also zum fast unfairen Grafikvergleich. Während der Intel HD Chip ausreicht, um Filme in voller HD Auflösung über HDMI flüssig an einen externen Fernseher oder Monitor auszugeben, sieht es im Bereich Spiele völlig anders aus. Für das sechs Jahre alte und sehr genügsame Guild Wars reicht es bei minimalen Einstellungen so gerade für ruckelfreie Darstellung. Moderne 3D Games kann man, gelinde gesagt, aber komplett vergessen. Wer auf dem TimelineX zocken möchte, der kramt am besten seine alten Klassiker aus den 90ern wieder hervor, sofern für diese Auflösungspatches verfügbar sind um nativ daddeln zu können, ansonsten muss mit schwarzen Rändern links und rechts vorlieb genommen werden. Ein völlig anderes Bild bietet das Asus X43SV. Dank der voll spieletauglichen GeForce GT 540m rennt etwa Guild Wars mit aktiviertem V-Sync (limitiert die Framerate auf die Monitorfrequenz) und maximalen Einstellungen bei konstanten 60 Frames per Second (FPS). Und auch der kleinste Prozessor aus der Core i Familie erweist sich als schnell genug für CPU-lastige Titel wie Anno 1404, das auf hohen Settings mit über 30 FPS laufen soll. Im Internet fand ich außerdem noch ein richtiges Benchmark-Ergebnis, ich war bisher zu faul, selbst einen Durchlauf zu unternehmen, wo das Asus beim 3DMark 06 auf stolze 8857 Punkte kam, was im Klartext bedeutet, dass selbst ein Crysis 2 auf sehr hohen Einstellungen die 30 Frames Hürde überwindet.

Spieler haben nur eine Wahl

Welches Gerät würde ich denn nun eher empfehlen? Die Antwort darauf fällt in diesem Fall leicht. Wer ein solides Office-Gerät mit langer Akkulaufzeit sucht, der greift in jedem Fall zum Acer Aspire TimelineX 4830T es sei denn, er möchte 60 Euro sparen, dann bietet das Asus X43SV durchaus eine Alternative, die sich allerdings nur dann wirklich bezahlbar macht, wenn man auch mal hin und wieder ein Spielchen wagen möchte und dabei auch immer eine Steckdose in der Nähe hat, ansonsten überwiegen die Nachteile des X43SV zu deutlich. Bei dem Schnäppchenpreis, zu dem ich das Asus ergattern konnte, sollte der potenzielle Käufer sich aber bei der Wahl dennoch nicht lange quälen und einfach zu letzterem greifen. Zocker, die mehr als Diablo 2 im Auge haben, kommen hingegen um ein Notebook mit „richtiger“ Grafikkarte sowieso nicht herum. Dabei erwies sich die GeForce GT 540m als erstaunlich potent und für alle aktuellen Titel mehr als ausreichend.

Samstag, 27. August 2011

Vollversionen-Highlights im September

Und wieder nähert sich ein Monat dem Ende. Direkt nach der GamesCom in Köln erscheinen die neuen Spielezeitschriften. Während dieser Tage dennoch eher wenige gute Spiele-Neuheiten den Weg in die Geschäfte finden, von ein paar Ausnahmen mal abgesehen, präsentiert die Gamestar in diesem Monat mit dem guten Schleich-Shooter Splinter Cell: Double Agent, und damit quasi passend zum Release von Deus Ex Human Revolution, den vorletzten Teil der bekannten Ubi-Soft Reihe auf ihrer XL Ausgabe 10 / 2011. Die normale DVD Version der Zeitschrift geht mal wieder leer aus. Wer genau nachsieht, wird allerdings feststellen müssen, dass das Spiel bereits auf der Computer Bild Spiele 6 / 2011 zu finden war.

Sacred-2-Fallen-Angel

Auch die PC Action übt sich im Zweitverwerten. Das Echtzeit-Strategie Highlight Company of Heroes  erschien Ende 2006 und begeisterte die Spielergemeinde. Zu finden war der Titel allerdings schon vor zwei Monaten auf dem Schwesternmagazin PC Games. Letztgenannte präsentiert sich zum 19. Geburtstag, und damit als das dienstälteste PC Spielemagazin, wie bereits im Vormonat mit einem echten Vollversions-Hammer: Sacred 2: Fallen Angel findet sich auf dem Datenträger. Das deutsche Action-RPG erschien im Oktober 2008 und heimste viel Lob von Spielern und Spieletestern ein.

Die wie üblich noch einige Tage auf sich warten lassende Computer Bild Spiele liefert pünktlich zum Erscheinen von Tropico 4 den Vorgänger Tropico 3 an die Fans von Handels-Aufbauspielen, die auf der Jagd nach guten Schnäppchen sind.

Donnerstag, 18. August 2011

Nintendos Wii trumpft auf!

Zum Ende einer Ära will es Nintendo noch einmal wissen. Sind in den bisherigen Jahren seit erscheinen der weißen Casual-Spieler Konsole Wii, dem Vorreiter bei der Bewegungssteuerung, nur wenige Games erschienen, die auch für “echte” Zocker und vor allem auch mal für Fans von Japano-Rollenspielen interessant sind, so steht bereits am morgigen Freitag, 19. August, die Veröffentlichung von Xenoblade Chronicles an. Während in Köln die Games Convention die Spiele wiederkäut, die bereits zum Großteil auf der E3 in Los Angeles vorgestellt wurden, überraschte Nintendo die Fans jetzt mit einer weiteren freudigen Botschaft. Die beiden Hit-Rollenspiele Pandora’s Tower und The last Story werden beide ebenfalls in Deutschland (bzw. Europa) erscheinen. Ein expliziter Termin wurde allerdings nicht genannt. Übrigens ein kleines Novum, ist doch keiner der drei Titel bisher für die USA überhaupt angedacht. Ein guter Grund also, seine Wii mal wieder zu entstauben und einige der besten Titel überhaupt, die derzeit auf dem Markt erscheinen, zu zocken.

Xenoblade Chronicles:

Xenoblade

Die beiden Titanen Bionis und Mechonis wurden im Kampf gegeneinander versteinert. Auf ihren Körpern entstanden zwei Welten mit gegenteiligen Lebewesen, menschlichen, genannt Homs, auf Bionis und mechanischen auf, wer hätte das gedacht, Mechonis. Die Einwohner beider Welten liegen seit Anbeginn ebenfalls im stetigen Zwist miteinander. Der Held des Abenteuers ist Shulk, der das Energieschwert Monado trägt, welches den Ausgang der Geschichte nicht unerheblich beeinflussen soll. Das Kampfsystem lehnt sich leicht an Final Fantasy XII an, bietet aber viele Eigenheiten. Grafisch holt Entwickler Monolith Soft das letzte aus der schwachbrüstigen Wii heraus, so eine Grafikpracht, leider ja mit niedriger Auflösung, bieten nur wenige asiatische Spiele dieser Tage.

Pandora’s Tower:

PandorasTower 

Ende und Seres leben im Königreich Elysium. Die 18-Jährige Seres wurde ausgewählt auf dem jährlichen Erntefest zu singen, dieses wird aber plötzlich von grausamen Monstern angegriffen und Ende rettet das Mädchen, die von der Attacke ohnmächtig geworden als Augenzeugin von der Stadtwache in Gewahrsam genommen werden soll. Wie sich herausstellt, wurde Seres verflucht und verwandelt sich langsam selbst in ein Monster. Nur wenn sie das Fleisch der Oberbestien isst, die auf der Spitze von 13 Türmen hausen, kann sie gerettet werden.

The last Story:

LastStory

Die Insel Ruli dient als Hafen und einziger Zugang zu einem Bergkontinent. Der Söldner Elza ist auf der Suche nach Arbeit, sein sehnlichster Wunsch ist es eines Tages ein echter Ritter zu werden. Auf der Insel trifft er auf die Nichte des lokalen Grafen, das Waisenmädchen Kanan, diese möchte gerne ferne Länder erforschen aber ihr Onkel ist strikt dagegen.

Montag, 15. August 2011

Game of Thrones in 16 Bit

Die Jungs (und Mädels) von CollegeHumor haben sich dem Hype um die neue Home Box Office (HBO) Serie A Game of Thrones, die auf dem Roman Ein Lied aus Eis und Feuer von R. R. Martin basiert, angenommen und zeigen, wie die Vorlage als 16 Bit Rollenspiel auf dem Super Nintendo hätte aussehen können. Erwachsene Zocker sollten sich das unten eingebettete Video nicht entgehen lassen!

Montag, 8. August 2011

Foto-Kunst

Endlich habe ich auch mal meine künstlerische Ader entdeckt und mir einen Account bei DeviantArt erstellt. Unter http://spiritogre.deviantart.com/ kann man bereits vier von mir selbstgemachte Fotos bewundern. Es handelt sich um zwei Panoramen, Fotos die aus mehreren Einzelbildern zu einem großen Bild zusammengesetzt sind, sowie um zwei High Dynamic Range (HDR) -Aufnahmen, Fotos unterschiedlicher Belichtung mit dem gleichen Motiv, die übereinandergelegt wurden.

Kommentare sind gerne gesehen!

Montag, 1. August 2011

Wer mag keine Hörspiele?

HoerspieleCollageKleinCollage aus Covern verschiedener Hörspielserien

Vorab: Ich weiß, ich weiß, eigentlich sollte sich mein Blog um Konsolen- und PC-Rollenspiele drehen. Auch wenn ich den Blick über den Tellerrand Bereits im Titel angekündigt habe, so fordert dieser doch schon mehr Platz, als das eigentliche Thema. Geschuldet ist dies sicherlich meinen weitgefassten Interessengebieten. Außerdem möchte ich natürlich auch Geschichten aufgreifen, über die eben gerade nicht überall im Internet sowieso schon lang und breit diskutiert wird. Hat sich hier in meiner kleinen Nische des World Wide Web bisher wenigstens alles um Spiele gedreht, so möchte ich im folgenden ein Thema anschneiden, das mich, wie generell viele unterschiedliche Medien, bereits seit jüngster Kindheit sehr begeistert. Die Rede ist von Hörspielen!

Hörspiele scheinen ein ziemlich deutsches Phänomen zu sein. In kaum einem anderen Land der Welt findet man sie so zahlreich und in so hoher Qualität. Einzig die staatliche British Broadcast Company (BBC) produziert für Radio noch gute englischsprachige Hörspiele, die meist allerdings dann auch auf bekannten Romanen basieren. Stattdessen sind seit etwa einem Jahrzehnt auch die sogenannten Audiobooks aus dem anglistischen Raum über uns hergeschwappt und immer mehr im kommen. Der große Unterschied zwischen Audiobook und Hörspiel ist, dass nur ein einzelner Sprecher, meist ohne jegliche Effekte, einen Roman, oft auch leicht gekürzt, vorliest. Somit sind diese Hörbücher doch eher etwas für Lesefaule. Ich selbst ertappe mich heute dabei, dass ich bei einem Audiobook immer recht schnell gelangweilt einschlafe. Und da meine Multitasking-Fähigkeiten als angehörigem des männlichen Geschlechts auch sehr beschränkt sind, kann ich auch nicht wirklich etwas nebenher machen, ohne einen Großteil dann nicht mitzubekommen.

Was zeichnet Hörspiele aus? Sie sind wie ein Theaterstück oder ein Film, mit dem Unterschied, dass wie bei einem spannenden Buch die Geschehnisse im eigenen Kopf stattfinden. Gute Hörspiele können also durchaus die Fantasie anregen und laden zum (Tag-) Träumen ein. Ihre Ursprünge stammen tatsächlich aus dem Rundfunk. Laut Wikipedia begann Telefunken mit der Bearbeitung von Theaterstücken für das Radio bereits im Jahr 1918. Nach dem zweiten Weltkrieg kam es zu einem Boom, da viele Theater und Kinos noch zerstört waren. Dies ist, so denke ich, sicherlich die beste Erklärung wieso sich Hörspiele in Deutschland so hoher Beliebtheit erfreuen. Mit aufkommen der von Philips erfundenen Audio-Kassetten im Jahr 1963 und deren stetig wachsender Verbreitung, bis in den 70er Jahren fast jeder Haushalt mit mindestens einem Kassettenrekorder ausgestattet war, begann die Ära der Hörspiele auch abseits des terrestrischen Äthers. Zahllose Kinder der 60er, 70er und 80er Jahre sind mit diesen Hörspielkassetten aufgewachsen, die dann ab den 90ern so langsam durch Audio-CDs zunächst ergänzt und später fast ganz abgelöst wurden. Heute sind Kassetten eigentlich nur noch gebraucht zu erhalten. Allen heutigen Erwachsenen am bekanntesten, dürfte das Label Europa mit seinen zahllosen Hörspielserien in verträumter Erinnerung geblieben sein. In den vergangenen Jahren drängten aber viele weitere Produktionsfirmen auf den Markt. 

Im folgenden möchte ich einfach mal einige mir bekannte Serien in wilder Reihenfolge kurz in den Raum schmeißen. Zunächst die, die ich als Kind wohl am liebsten gehört habe. Im zweiten Abschnitt zähle ich dann einige Titel auf, die heute auf dem Markt erhältlich sind.

- Flash Gordon – Weniger basierend auf dem 30er Jahre Comic als auf dem 1980er Film. Immer noch geil irgendwie, mit der Musik von Queen und allem drum und dran. Auch wenn die Story dem erfahrenen Hörer inzwischen doch etwas ausgelutscht vorkommt.

- Fünf Freunde – Die alte Originalserie mit Oliver Rohrbeck, die neuen Serien kenne ich nicht und sie interessieren mich altersbedingt auch nicht mehr, selbst die alte Serie, die damals geworben hat, die Originalsprecher der TV-Serie zu haben, lege ich heute kaum noch mal ein. Damals als kleines Kind waren die, ich glaube 21, Folgen aber lange Zeit meine Favoriten.

- Trixie Belden – Sicherlich eher für Mädchen gedacht gewesen, können mich die Abenteuer von Autorin Julie Campbell rund um den Rotkehlchen-Club und Heldin Trixie noch immer ziemlich begeistern. Leider fehlen mit da doch viele Episoden und die Dinger sind kaum aufzutreiben, schade.

- Burg Schreckenstein - Abenteuer im Jungeninternat (das Mädchen-Gegenstück liegt auf der anderen Seite eines Sees). Auch hier scheint es spätere Neuauflagen zu geben, die ich allerdings nicht mehr kenne. Die erste Hörspieladaption diese Jugendromanreihe finde ich immer noch super, leider habe ich nur noch eine einzige Kassette davon und auch hier sind die alten Teile heute überhaupt nirgends mehr aufzutreiben.

- Die drei ??? – Also, zu dieser Serie muss wohl nichts gesagt werden. Wer damals mit Justus, Peter und Bob aufgewachsen ist hört sie heute oftmals immer noch. Sicherlich ist dieser Franchise ein wahres Phänomen und mit weitem Abstand die bekannteste Serie überhaupt. 

- TKKG - Mochte ich bis zu einem bestimmten Alter gerne, danach fand ich sie dann mit einmal nur völlig affig und vor allem viel zu unrealistisch. Es wundert mich, dass die Serie immer noch produziert wird. Ich dachte so was wie Die wilden Kerle und Konsorten hätten sie längst abgelöst.

- Perry Rhodan – Diese alte Europa Serie bezieht sich auf die ersten Folgen der Heftromanserie. Toll gesprochen und spannend, immer noch wieder gerne mal gehört.

- Larry Brent - Coole Horrorserie aus Kindheitstagen, immer noch ziemlich nett.

- Macabros - Fand ich immer cooler als Kollege Larry. Ich meine, Rennfahrer mit zickiger, kakaohäutiger brasilianischer Freundin prügelt sich mit Dämonen - das hat selbst heute noch was! ^^

- H.G. Francis Gruselserie - damals ungewöhnlich und spannend, heute hat es für mich irgendwie den Charme von schwarz-weiß Horrorstreifen aus den 50ern (insbesondere Folgen wie mit den Riesenameisen) allerdings wurde die Serie manchmal durch modernere Folgen und auch leichte, sexistische Anzüglichkeiten gerettet (etwa bei: Chopper Geisterstimme aus dem Jenseits).

- Commander Perkins - hier gab es mehrere Serien,insgesamt wohl fünf Zyklen, z. T. schon aus den frühen 70ern, die kommen leider etwas altbacken rüber, ist aber nett, wenn man Sci-Fi mag. Aber kein muss meiner Meinung nach, wobei ich die neuen Folgen aus den letzten paar Jahren leider auch nicht kenne.

- ... der Abenteuer (von Enid Blyton) – Die Titel waren alle unterschiedlich, Das Tal der Abenteuer, Die Insel der Abenteuer usw.. Meiner Ansicht nach besser als Fünf Freunde, weil ernster und erwachsener, allerdings sind die Hörspiele wohl sogar noch älter als Fünf Freunde und es gab nicht viele (ich selbst besitze nur eines und suche die anderen immer noch, habe aber damals die Bücher gelesen).

- Rätsel um … (noch eine Enid Blyton Serie) – Habe ich zum Teil eher auch als Buch gelesen. Die Serie siedelte sich mit ihren Gangster- und Spionagestories irgendwo zwischen Fünf Freunde (jüngere Kinder) und ... der Abenteuer (ältere Kinder) an. Müsste ich mal wieder rauskramen und vielleicht mal schauen, ob ich noch fehlende Folgen auftreiben kann, denn die Serie täte mich schon noch interessieren.

- Edgar Wallace Serie – Die fand ich besser als die Filme mit dem Fuchsberger, weil die Hörspiele irgendwie ernsthafter wirkten. Im Endeffekt sind es ja alles unabhängige Episoden, basierend auf den britischen Kriminalromanen. Kein muss, aber damals fand ich die Serie nett, weil sie mal etwas ernsthafter und erwachsener war.

 

Gehört habe ich als Kind durchaus noch einige Serien mehr sowie natürlich zahlreiche Einzelhörspiele, die meisten finde ich heute aber nicht mehr so wirklich hörenswert, sprich würde ich mir nicht mehr antun, wie etwa die Funk Füchse oder Hui Bui (hat vielleicht der Film versaut?). Wieso ich TKKG oben aufgeführt habe? Als abschreckendes Beispiel ... . Apropos abschreckend,  Habe ich erwähnt, dass ich eine um viele Jahre jüngere Schwester habe? Als ich ein junger Erwachsener war (also so in der “cool sein wollen” Phase) da musste ich doch tatsächlich Benjamin Blümchen, Bibi Blocksberg und Bibi & Tina bis zum Erbr… hören, meine heutige Abneigung insbesondere gegenüber dem dämlichen Elefanten ist dadurch wohl leicht verständlich.

 

Also komme ich doch einfach mal zu den neuen Serien. In den vergangen Monaten und Jahren habe ich mich auch ein wenig mit diesen auseinandergesetzt und in einige reingeschnuppert. Es sind durchaus einige wirkliche Perlen dabei.

- Gabriel Burns - Das Ding ist der absolute Wahnsinn!  Echter, intelligenter Horror für Erwachsene! Die Serie dreht sich um den aus Seattle stammenden erfolglosen Autoren Gabriel Burns, der sich mit Taxifahren und dem Schreiben von Kochbüchern über Wasser hält, bis er eines Tages Opfer eines Komplottes wird und sich nur vor dem Gefängnis bewahren kann, indem er zustimmt für den geheimnisvollen Mr. Bakerman zu arbeiten. Schnell wird klar, dass Bakerman Burns seit seiner kleinsten Kindheit beobachtet und dieser über eine latente nicht kontrollierbare Gabe verfügt. Er kann Personen an einen unbekannten Ort verschwinden lassen. Außerdem stellt sich heraus, dass Gabriel Burns eine Findel ist, der an einem sogenannten “fahlen Ort” aufgefunden wurde. Zehn dieser Orte soll es auf der Erde geben. An ihnen manifestiert sich das Böse, gegen das Bakerman seit über 100 Jahren(!) antritt. Und Burns, alles andere als ein kampferprobter Held, scheint der Schlüssel zu sein. Ein bessere Horrorserie gibt es schlicht nicht! Ich würde behaupten, es gibt nicht einmal eine bessere Hörspielserie. Wer auch nur etwas auf Horror steht muss sich Gabriel Burns reinziehen! Die Serie erscheint seit 2003 und ist inzwischen bei Folge 35 angelangt.

- Faith - The van Helsing Chronicles - Tja, das ist etwas schwierig, sehr aufwendig produziert präsentiert sich Faith Story mäßig als Buffy – The Vampire Slayer, die sich mit (der Name verrät es) Dracula und Co. anlegt. Das lustige ist, die Serie hat viele der deutschen Sprecher aus Josh Whedons Serie, etwa Buffy selbst, Angel, Spike oder auch Darla. Dabei wird Faith in den Hörspielen optisch so beschrieben,  wie die Faith in Buffy (alles klar?). Da die Serie inhaltlich so ähnlich aufgemacht ist wie das TV Pendant, irritiert das beim Hören manchmal. Und besonders der Sprecher von Angel, den man heute ja aus der TV-Serie Bones immer noch kennt, verstellt seine Stimme leider auch nicht sonderlich gelungen, um wie ein Teenager zu klingen, er hört sich leider dann doch etwas debil an. Auch die Buffy bzw. Faith Sprecherin übertreibt es manchmal ein wenig mit der Betonung. Aber anhören kann man sich die Serie durchaus, wenn man (z.T. Comedy-) Horror mit seichtem Teenager-Sex mag. Ich denke allerdings, trotz all der Action und der Gedärme, die Serie zielt eher auf Mädchen.

- Vampira - Basiert auf der Heftromanserie aus den 90ern, relativ jugendfreier Horror mit einer gewaltigen Prise nicht mehr ganz so jugendfreier Erotik. Sexy Halbvampirin legt sich mit bösen Vampiren und anderem Gesocks an. Die Hörspiele sind nett, die Serie wurde aber nach acht Folgen wieder eingestellt. Wer die Heftchen mochte, der kann aber mit den Hörspielen noch einmal in Erinnerungen schwelgen.

- Dorian Hunter - Dämonenkiller - Es beginnt in einem Zug. Eine Gruppe Männer, nur der Held hat seine Ehefrau dabei, stellt fest, dass sie alle das gleiche Ziel haben und eigentlich gar nicht wissen wieso. Noch dazu haben alle am gleichen Tag Geburtstag. Wie sich schnell herausstellt sind sie in Wirklichkeit die Söhne eines ganz finsteren Typen und sollen jetzt als erwachsene Männer ihr wahrhaftiges Erbe antreten. Sie sollen zu Ungeheuern werden (einer wird zum Beispiel ein Werwolf). Nur Dorians Ehefrau war nicht eingeplant, also vergewaltigt der, habe ich es schon erwähnt(?), wirklich, wirklich fiese Papa sie gleich mal, was unserem Helden nun gar nicht gefällt, um fortan gegen seine Familie anzukämpfen. Während Frauchen leicht verrückt geworden von der Begegnung in psychischer Behandlung einsitzt lernt Dorian eine magiebegabte und äußerst sexy Zigeunerin kennen, die fortan an seiner Seite kämpft und nebenbei gleich noch das Bett mit ihm teilt. Der Held verhält sich dabei manchmal gar nicht wie ein strahlender Held, ich meine, seiner Frau geht es gar nicht gut und er steigt bei erster Gelegenheit mit einer anderen ins Bett, hallo(!?), er verhält sich also teilweise wie ein ziemliches Arschloch, was die Serie aber auch gerade irgendwie interessant macht. Schönes Horrorhörspiel für Erwachsene, sollte man sich mal antun!

- Die schwarze Sonne – Eine recht neue Serie, deren erste Folge noch auf einem Roman von Bram Stoker basiert, der inhaltlich allerdings eher an Lovecraft und seinen Chtuhlu-Mythos als an Stoker und seinen Dracula erinnert. Danach wurde die Hörspielreihe aber frei fortgeführt. Insbesondere Fans klassischen Horrors sollten mal reinhören.

- Caine - Steht auf meiner "muss ich noch mal weiter hören" Liste. Ich kenne bisher leider nur den ersten von zehn Teilen. Es geht um einen Attentäter, der erwischt und hingerichtet wird. Das ganze war allerdings eine perfide Falle. Außerirdische Dunkelelfen wollen die Welt erobern und sind dabei mit anderen außerirdischen Dämonen aneinander geraten, weswegen seit vielen hundert Jahren ein heimlicher Krieg um die Erde tobt. Der gewissenlose Killer kommt den Dunkelelfen gerade recht, wird von ihnen mit "Superkräften" ausgestattet und soll gegen ihre Feinde antreten. Klingt etwas kitschig und weit hergeholt, war aber soweit recht gut gemacht.

- Drizzt - Die Saga vom Dunkelelf - Eine Fantasy-Serie ist ja schon selten, diese hier spielt auch noch im bekannten Rollenspieluniversum der Forgotten Realms (u. a. Computerspielern durch Baldur's Gate ein Begriff). Die Vorlage stammt vom renommierten Autoren R. A. Salvatore. Tief unter den Vergessenen Welten herrschen die erbarmungslosen Drow. Der Dunkelelf Drizzt soll geopfert werden, entgeht diesem Schicksal aber knapp und findet sich fortan im stetigen Kampf um das Überleben. Ich habe  bisher leider nur mal kurz reingehört, nicht lange genug um zu sagen, ob die Serie wirklich gut ist. Der Ausschnitt, den ich hörte, klang jedenfalls schon mal sehr düster, blutig und vielversprechend.

- Point Whitmark  - Möchte den Drei ??? Konkurrenz machen. Die Serie gibt es seit gut zehn Jahren und wird immer noch produziert, wenn auch selten neue Episoden erscheinen. Anstelle einer Detektei betreiben die Helden allerdings eine (Schüler-) Radiostation, wodurch sie immer wieder auf ungeklärte Phänomene aufmerksam werden. Ich kenne nur ein paar Folgen, die waren aber durchaus auf einer Höhe mit den berühmten drei Detektiven.

- Perry Rhodan - Sternenozean - anders als die alte Europa Serie wurde hier nicht mit Folge 1 der Heftromanserie angefangen. Sternenozean ist in einem PR Zyklus zwischen Heft 2200 und 2299 herum angesiedelt (ein Zyklus geht meist immer so 100 oder 150 Romane lang). Soweit ich weiß, gibt es jede Menge PR Hörbücher und Hörspiele. Dieses hier zeichnet sich allerdings durch kompetente und bekannte Sprecher wie z.B. Volker Lechtenbrink, Joachim Höppner oder Volker Brandt sowie eine aufwendige Produktion und guter "Synthie"-Musik aus. Ich kenne längst nicht alle der derzeit 42 Folgen, glaube aber, dass die Serie kürzlich abgeschlossen wurde. Leute, die PR nicht kennen, werden anfangs die eine oder andere Schwierigkeit haben, da die alteingesessenen Helden nicht wirklich vorgestellt werden. Die Serie folgt abwechselnd, in der Regel je eine Episode lang, zwei Handlungssträngen, neben Rhodan auch einem neuen Helden, mit dem es auch losgeht. Sollten sich Sci-Fi Fans unbedingt mal anhören.

 

Ein weitere Serie habe ich noch im Visier, konnte mich aber noch nicht zu durchringen, mal reinzuhören. John Sinclair (Edition 2000) soll von den ganzen John Sinclair Hörspielen und Hörbüchern außergewöhnlich gut sein. Aber auch hiervon gibt es schon 65 Folgen. Die Romane habe ich mal eine Weile, dank meiner Cousine, in der späten Jugend verfolgt und fand sie eigentlich recht gut - damals.

Edit:

Durch einige Diskussionen in Foren bin ich noch über weitere Hörspielserien gestolpert, die einen Blick wert sein könnten. Gegebenenfalls werde ich später noch einmal etwas dazu schreiben. Hier erst einmal die Titel:

- Mark Brandis (Science-Fiction)

- Die letzten Helden (Fantasy, scheint eine Mischung aus J.R.R. Tolkien und Terry Pratchet zu sein)

- Dragonbound – Die Prophezeiung (typische Jugendfantasy mit Ausrichtung auf weibliche Hörerinnen)

- Jack Slaughter (Comedy-Horror)

- Geister-Schocker (Grusel)

- Don Harris – Psycho Cop (Mystery-Action)

- He-Man and the Masters of the Universe (eigenständige Serie zu den Action-Figuren)

- Jan Tenner (beliebte Sci-Fi Serie, die berühmt dafür war sich nicht um physikalische Gesetze zu scheren)

- Prof. Dr. Dr. Dr. Augustus van Dusen (intelligente Kriminalgeschichten)

Es gibt sicherlich noch viele weitere Hörspielserien. Im Internet grassiert inzwischen sogar eine rege Szene, die Amateur-Hörspiele selbst erstellt und dabei manchmal erstaunliche Qualitäten erreicht. Für Empfehlungen bin ich gerne dankbar. Kommentare und Diskussionen zu diesem “kleinen” Artikel sowie zu den Hörspielen sind gerne willkommen.

 

Anmerkung: Dieser Artikel erschien minimal angepasst auch auf Gamers Global: http://www.gamersglobal.de/user-artikel/hoerspiele-wer-liebt-sie-nicht

Mittwoch, 27. Juli 2011

Vollversionen: Der Stand der Dinge

Der nachfolgende Artikel beschäftigt sich mit den monatlichen Vollversionen auf Spielezeitschriften. Welche Magazine bieten Vollversionen, wie gut sind die angebotenen Titel, welche Ärgernisse warten auf Schnäppchenjäger? Zum Abschluss gibt es noch einen umfassenden Überblick, welche Spiele in diesem Jahr auf den DVDs erhältlich sind.

Jeden Monat können PC Spieler auf Schnäppchenjagd gehen. Denn die um jeden Leser konkurrierenden Spielemagazine bieten auf ihren Heft-DVDs regelmäßig kommerzielle Spiele, um neue Käufer zu locken. Die Printmedien haben es derzeit schwer. Insbesondere bei den Spielemagazinen sinken die Auflagenzahlen beständig. Und neben dem Internet buhlen die Verlage auch gegenseitig um die Gunst des Lesers. Um Käufer zu finden, hat es sich schon vor vielen Jahren eingebürgert, auf den Datenträgern ihrer Zeitschriften neben Spiele-Videos und -Demos, auch komplette Vollversionen als probates Lockmittel anzubieten.

Die Spannweite der monatlichen Computer-Spielezeitschriften reicht von der PC Action (PCA), die Mitte des Vormonats erscheint, die August-Ausgabe kommt Mitte Juli, über Gamestar (GS) und PC Games (PCG), welche gegen Ende des Vormonats, beziehungsweise im Fall der IDG Publikation sogar Vor-Vormonats herauskommen, bis hin zu der Computer Bild Spiele (CBS), die sich als Multiformatmagazin gegen Anfang des jeweils vorigen Kalendermonats den Reigen der Magazine mit Spiele-Vollversionen anschließt. Vorreiter bei den Vollversionen ist sicherlich der finanzstarke Springer Verlag, so erscheinen auf den Datenträgern der CBS meist zwei oder gar drei richtige Spiele, je nachdem ob Gold- oder Silber-Version. Auch die Gamestar erscheint in zwei verschiedenen Varianten, einmal als normale DVD-Ausgabe und einmal als XL mit zwei Discs, wobei es allerdings oft bei einer Vollversion bleibt, die sich zwischenzeitlich auch immer häufiger nur noch auf der teureren XL Ausgabe befindet.

Das immer wiederkehrende Paradies für Schnäppchenjäger?

Die Qualität der Vollversionen schwankt jeden Monat erheblich. Und längst nicht jeder Spielehersteller bietet seine Titel für den Zeitschriftenmarkt feil, denn eines dürfte klar sein. Ein Game, das einmal auf einem Spielemagazin erschien, ist im Einzelhandel praktisch tot, wobei die sinkenden Auflagenzahlen der Magazine sicherlich nicht mehr für so extreme Konsequenzen bei einem Titel sorgen, wie noch vor fünf bis zehn Jahren. Die wechselhafte Qualität der dargereichten Games trifft nicht nur einzelne Zeitschriften sondern alle, da die Lizenzen für die Spiele meist im Paket eingekauft werden, die Verlage zu einem teuren Topspiel also gleich einen Haufen mittelprächtiger Titel oder gar Gurken dazubekommen. Interessant ist aber festzustellen, dass die Spiele-Magazine ihre Top-Games fast immer dann anbieten, wenn auch die Konkurrenz mit starken Titeln aufwartet. So gibt es Monate, da müssten Vollversionsjäger fast alle Zeitschriften vom Kiosk mitnehmen und andere, da können sie sämtliche Hefte auch im Regal liegen lassen. Ärgerlich für Schnäppchenjäger ist außerdem, dass etliche Titel zweit- oder gar drittverwertet werden. Ist das im Fall von Computec mit der kleinen PCA und ihrer großen Schwester PCG noch verständlich, wird es für Vollversionskäufer spätestens dann ärgerlich, wenn ein Spiel innerhalb weniger Monate reihum auf praktisch allen Zeitschriften erscheint.

Vollversionen

Jeden Monat bieten die PC-Spielemagazine Vollversionen kommerzieller Spiele zum Schnäppchenpreis.

Ein weiteres beliebtes Mittel der Verlage um Geld für Spiele-Lizenzen zu sparen ist es ehemals kommerzielle Programme, die inzwischen kostenlos im Internet erhältlich sind, als Vollversion anzupreisen. Zum Glück hält sich dieser Trend aber noch in Grenzen, tritt aber leider immer wieder mal auf. Mehr ärgerlich für Käufer, jedenfalls für die, die sich nicht dafür interessieren, sind die Werbe-Partnerschaften mit Anbietern von „Free to Play“ (F2P) Titeln, meist Online-Rollenspielen. Deren Clients benötigen viel Platz auf den Silberlingen, der dann für andere Inhalte fehlt. Dazu muß allerdings angemerkt werden, dass Fans dieser Spiele aufgrund dieser Kooperationen durchaus Vorzüge wie Gutscheincodes für Ingame-Items genießen dürfen.

Ein relativ neues Phänomen ist, dass auf dem Heft angepriesene Spiele gar nicht auf dem Datenträger enthalten sind. So bot die Gamestar kürzlich die Dawn of War Complete Collection nur zum Download an. Der Nachteil für den Kunden, er muss sich zunächst auf einer Webseite registrieren. Außerdem ist der Download nur zeitlich begrenzt verfügbar. Apropos zeitliche Limitierung, die CBS offeriert die Seriennummern vieler Games neuerdings nur noch über eine extra zu installierende Software, den sogenannten Game-Center. Dazu muss umständlich ein Code aus dem Heft eingegeben werden, um die aktuellen Seriennummern freizuschalten. Auch hier sollten die Kunden dies möglichst zeitnah tun und sie notieren, denn die Seriennummern werden nur für einen begrenzten Zeitraum, geschätzte zwei Monate, angeboten. Wer dies verpasst, schaut in die Röhre und kann seine Spiele mangels Key nicht zocken.

Die Spiele in diesem Monat:

Kommen wir jetzt zu den Spielen auf den aktuellen Ausgaben. Bereits vorweg sei gewarnt, dieser Monat ist nach den starken Titeln des vergangenen eher mau. Den Anfang macht wie üblich die PC Action, diesmal mit dem alleine lauffähigen Addon Silverfall - Wächter der Elemente. Das im Februar 2008 erschienene Action-Rollenspiel bietet noch ansehnliche Grafik und ist mit einer Gamers Global User-Durchschnittswertung von 6.1 für Fans des Genres vielleicht einen Blick wert.

In diesem Monat findet sich auf der Gamestar ausschließlich auf der XL-Ausgabe ein Spiel, welches leider vor kurzem bereits in der Mai Ausgabe der PCA und der Februar Ausgabe der PCG zu finden war. Die Rede ist von Titan Quest. Der von vielen als beste Diablo-Alternative gefeierte Titel erschien bereits 2006, erfreut sich insbesondere in der - leider nicht angebotenen - Gold-Version noch immer großer Beliebtheit.

Mit einer Zeitschriften Premiere, noch dazu eines richtig aktuellen Titels schiebt sich die PC Games in diesem Monat an die (einsame) Spitze, was gute Vollversionen betrifft. Mit Nail’d findet sich ein Spiel auf der Heft-DVD, das erst Ende November 2010, also vor gut einem halben Jahr, erschienen ist und mit einer Gamers Global Wertung von 7.5 auch nicht schlecht dasteht. Der spaßige Arcade-Racer bietet sehr schöne Grafiken und schnelle Rennen auf Quads.

Die noch nicht erschienene Computer Bild Spiele punktet zumindest mit dem bereits vorab angekündigten Titel Tomb Raider - Underworld. Dieses erschien rechtzeitig zum Weihnachtsfest 2008 und überzeugt mit bombastischer Inszenierung. Nicht ganz so spektakulär fällt die durchschnittliche User-Wertung auf Gamers Global aus. Mit „nur“ 7.9 ist es sicher etwas niedrig eingestuft, auch wenn der Score bei Metacritics mit 80 auch kaum anders ausfällt. Da spielt sicherlich das langsam unpopulärer werdende Franchise eine nicht unerhebliche Rolle. Gespannt warten dürfen Vollversionsjäger auf die anderen feilgebotenen Spiele der CBS, die am Mittwoch, 3. August, erscheint.

Anmerkung: Dieser Artikel erschien auch auf Gamers Global unter http://www.gamersglobal.de/user-artikel/vollversionen-in-spielezeitschriften

Mittwoch, 13. Juli 2011

Meinung: Wird Nintendos WiiU ein Erfolg?

WIIU

Nintendos 2012 erscheinende neue Spielkonsole möchte mit innovativem Touchscreen-Controller überzeugen.

Zeit wurde es, bereits Ende 2006 erschien Nintendos Wii und spaltete die Gemüter. Ohne High Definition Auflösungen und mit ungewohnter Bewegungssteuerung wendeten sich zahllose Hardcore-Spieler enttäuscht ab. Kaum einer glaubte anfangs an einen Erfolg, aber Nintendos Konzept ging auf. Unfähig mit den Branchenriesen Microsoft und Sony zu konkurrieren orientierte sich die Firma, die mit dem NES Mitte der 80er den Heimkonsolenmarkt wiederbelebte, weg von seinen Ursprüngen und erreichte mit der Wii neue Käuferschichten. Menschen, die nie ein Interesse an Videospielen hatten begeisterten sich im Familienkreis mit einmal für virtuelles Bowling oder Tennis. Der Rest ist Geschichte, mit inzwischen 71 Millionen verkauften Geräten ist der Wii fast erfolgreicher als die beiden HD-Konkurrenten zusammen. Aber der Markt ist gesättigt, die Verkaufszahlen beginnen langsam zu sinken. Es war also an der Zeit für Nintendo, den 2012 erscheinenden Nachfolger der sehnlichst wartenden Weltöffentlichkeit zu präsentieren. Mit für Nintendo enttäuschenden Reaktionen. Obwohl der Nachfolger WiiU endlich HD Auflösungen nachliefern soll und gleichermaßen klassische Spieler als auch die Gelegenheitszocker ansprechen möchte. Nach dem Wii Höhenflug überrascht die gespaltene Meinung der Öffentlichkeit, oder doch nicht?

Der WiiU sitzt irgendwie zwischen allen Stühlen.

Die Casual Gamer, die schon mit der Grafik der Wii zufrieden waren und sich vielleicht zwei bis drei Spiele gekauft haben, brauchen den WiiU nicht, der ja auch die alten Wii Controller unterstützt, da ihnen die Grafik egal ist und sie mit ihrer Wii zufrieden sind. Nur wegen des neuen Controller-Konzeptes werden sie wohl kaum die, ich schätze mal Minimum 250 Euro, realistisch würde ich aber von 350 Euro ausgehen, für eine neue Konsole ausgeben, die ihnen ansonsten keinerlei Mehrwert bietet.

Die Core Gamer haben alle schon eine PS3 oder XBox360 und warten doch jetzt schon seit über einem Jahr auf die nächste Konsolengeneration mit besserer Technik und hübscherer Grafik. Warum sollten sie sich ein Jahr vor deren erscheinen für teures Geld eine neue Konsole kaufen, die optisch, wenn überhaupt, nicht viel mehr drauf hat als ihre alten Kisten?

Wie wir alle wissen orientieren sich Multiplattformtitel eh an der schwächsten Konsole und amerikanische Multiplattformer eh an der XBox 360. WiiU Versionen von 3rd Party Entwicklern werden also nicht besser aussehen, sondern exakt genauso wie bei der (veralteten) Konkurrenz.

Bleiben die Massen an Nintendo Fans, die gerne wieder das nächste Mario (Kart), Metroid, Zelda, Pokémon, Smash Bros, also die Nintendo Hausmarken, zocken wollen. Aber die splitten sich auch auf, auf die Gelegenheitsspieler, die seit 25 Jahren ausschließlich Nintendo Konsolen zocken aber jetzt älter sind und sich mehr aus Tradition nur noch für die wenigen populären Hausmarken interessieren, und auf die Core Gamer, die eh schon mindestens eine andere Konsole zu Hause haben. Da die Spielepreise für Nintendo Konsolen beziehungsweise deren Spiele eher im Premiumbereich liegen, sehe ich nicht, dass diese beiden Gruppen viele andere Titel für einen WiiU kaufen würden. Der Wii mag ja mit Abstand die meistverkaufte Konsole sein, sie ist aber auch mit Abstand die Konsole, wo die Spieler die wenigsten Titel für gekauft haben. Die Core Gamer nämlich nur die großen Nintendo Marken, die Casualspieler, die für den Erfolg der Wii verantwortlich zeichnen, ein bis zwei Partygames, das war es doch im groben und ganzen.

Für die 3rd Party Hersteller von Spielen ist es egal, ob sie ein XBox 360 Spiel durch den Converter (Compiler) für die PS3 jagen oder auch noch zusätzlich nebenher für die WiiU. Die Kosten dafür sind im Verhältnis zu den Herstellungskosten minimalst und die Verkäufe für die anderen Konsolen nimmt man dann gerne mit. Entsprechend "rangeflanscht" wird dann bei diesen Titeln auch die Unterstützung für den Controller sein. Die meisten Spiele, die den Screen vernünftig nutzen werden, werden Exklusivtitel sein. Dabei wird es sich, meiner Erfahrung nach zu urteilen, zu 99 Prozent um grafisch auf absolut unterstem Niveau befindliche Casual-Games handeln.

Und wie schon gesagt, warum sollten Casual-Gamer dann den WiiU kaufen, wenn sie das faktisch gleiche auch auf der Wii haben können? Was mich jetzt zu dem Schluss bringt, dass Nintendo vielleicht besser gefahren wäre, das Pad ähnlich wie Sonys Move und Microsofts Kinect als optionales Zubehör für Wii anzubieten und dann im kommenden Jahr, wenn sie es wirklich wollten, mal wieder einen Anlauf zu wagen versuchen würden, auf dem Core-Markt mit einer richtigen "Next Gen" Konsole mitzumischen. Schade, dass sie dazu nicht den Schneid hatten sondern auf Nummer Sicher gehen wollten. Ich bin eigentlich Nintendo Fan, aber irgendwie hoffe ich, dass der WiiU nicht einmal annähernd so erfolgreich wird wie das (leider ziemlich untergegangene) N64 oder der Gamecube (die ich beide sehr mag, auch wenn der Gamecube auch schon fast gar keine interessanten Spiele hatte). Die Konsequenz wäre dann nämlich daraufhin doch eine “richtige” Konsole auf den Markt zu bringen, beziehungsweise sich ähnlich wie Sega nach dem Dreamcast-Debakel, auf die Softwareentwicklung für die dann erhältlichen stationären Heimkonsolen zu stürzen. Davon würden die Multiplattformspieler effektiv sogar am meisten profitieren, könnten sie dann Mario und Zelda auf ihrer Playstation oder XBox zocken.