Freitag, 5. Februar 2016

Februar-Vollversionen auf Zeitschriften und im Netz



- Murdered – Soul Suspect - Computer Bild Spiele Gold 3/16
Im Jahr 2014 erschien von Square Enix ein eher unkonventionelles Adventure. Gestaltet in richtiger Open World 3D Grafik schlüpft der Spieler in die Rolle von Ronan O’Connor. Mit einem Twist, der gute Mann wird im Vorspann ermordet. Als Geist gilt es jetzt darum die Hintergründe aufzuklären, das Problem dabei, er kann nur mit anderen Geistern interagieren aber nicht mit der Welt der Lebenden. Dennoch gilt es auch, einige unschuldige Leben zu retten.

- Decay – The Mare - Computer Bild Spiele Gold 3/16
Durchschnittliches Render-Adventure aus Schweden mit Gruselsetting aus dem vergangenen Jahr.

- Wonderland – Solitär - Computer Bild Spiele Silber 3/16
Ein Solitär-Spiel mit Märchen-Setting, was könnte darüber gesagt werden?

- Anno 1404PC Games Hardware 3/16
Vom Vormonat der PC Games

- Trials Evolution Gold - PC Games Extended 2/16
Forderndes und sehr spaßiges 2,5D Geschicklichkeits-Rennspiel aus dem Jahr 2012. Egal ob mobil, auf Konsole oder am PC, diese Serie garantiert mit unzähligen Leveln zum Austesten monatelangen Spielspaß.

- Doom 1 und 2 - PC Games Extended 2/16
Die Ego-Shooter-Klassiker schlechthin, erschienen 1993 und 1994, tatsächlich mal auf einer Heft-DVD. Zwei Spiele, die über ein Jahrzehnt definierten, wie ein guter Egoshooter zu funktionieren hat.

- Might & Magic - Heroes 6 - Gamestar XL 2/16
2011 erschienene Fortsetzung der Fantasy-Rundenstrategie.

Mit Need for Speed – Most Wanted aus dem Jahr 2012 offeriert Electronic Arts auf seinem Onlineportal Origin zurzeit einen durchaus spaßigen und grafisch hübschen Arcade-Racer – kostenlos!

Beim Humble Bundle gibt es momentan das zweite Ubisoft-Paket. Wie üblich gestaffelt in mehrere Preisgruppen. Ab 1 Dollar gibt es Call of Juarez: Gunslinger, Grow Home und Rayman Origins. Für ca. 8 Dollar gibt es obendrauf: Far Cry 3, Splinter Cell – Blacklist, Assassin’s Creed Chronicles: China sowie ein weiteres noch ungenanntes Spiel. Für 15 Dollar gibt es alle vorgenannten Titel sowie Assassin’s Creed Rogue und das Online-Rennspiel The Crew.

Mittwoch, 6. Januar 2016

Sechs günstige Vollversionen zum Jahresstart

Und wieder ist ein Jahr vergangen, ein Jahr in meinem Leben, in dem sowohl persönlich als auch spieletechnisch jede Menge geschehen ist. Tatsächlich habe ich seit über sechs Monaten keine Spielezeitschrift mehr gekauft, dafür jedoch mehr Computerspiele als jemals zuvor für so wenig Geld wie nie zuvor durch jede Menge Online-Sonderangebote und –Sammlungen. Dennoch bieten die klassischen Printmagazine mit ihren Vollversionen einen großen Vorteil, die Spiele kommen auf einem Datenträger. Und auch wenn die Hülle fehlt, fühlt sich für mich eine physisch existente DVD einfach wertiger an als ein Eintrag in einem Programmstarter. Von daher, hier sind die aktuellen Spiele auf den Datenträgern der Zeitschriften: 

Might & Magic 10 – Legacy - Computer Bild Spiele Gold 2/16
Ein Old-School RPG wie in seligen Heimcomputer-Tagen und Nachahmer des erfolgreichen Indie-Spiels Legend of Grimrock. Erschienen im Jahr 2014 nutzte Legacy den berühmten Namen um den Spieler in eine quadratische Welt eintauchen zu lassen, in der sich die Figur in 90-Grad-Schritten drehen und bewegen kann. Für Retrofans und Zocker, die schwere Games lieben. 

Journey of a Roach - Computer Bild Spiele Silber 2/16
Ein unkonventionelles Adventure aus der Schweiz von 2013, in dem der Spieler als ordinäre Küchenschabe im typischen Daedalic-Zeichenstil wie im altehrwürdigen Bad Mojo aus dem Jahr 1996, welches allerdings weitaus erwachsener und düsterer daherkam und vor zwölf Jahren eine Redux-Version erhielt, Rätsel löst. 

Just Cause 2 - Computer Bild Spiele Gold 2/16
Der 18er Download ist der Vorgänger des gerade erschienenen dritten Teils und erschien im Jahr 2010. Generell unterscheidet er sich bis auf die Grafik nicht sonderlich. Wer also nicht sicher weiß, ob ihm Just Cause 3 gefallen könnte, der hat hier günstig die Möglichkeit sich mit dem Sandkasten-Actionkonzept vertraut zu machen. 

Assassin's Creed Liberation HDPC Games Hardware 2/16
Vom Vormonat der PC Games

Anno 1404 - PC Games Extended 1/16
... siehe die Computer Bild Spiele 12/15

Assassin's Creed 2 - Gamestar XL 1/16
Bereits 2009 erschien der für viele auch heute noch beste Teil der Serie. Viele Schwächen des Erstlings wurden hier ausgebügelt und das Spielkonzept perfektioniert. Grafisch wirkt der Titel heute ein wenig angestaubt aber immer noch erheblich besser als aktuelle Spieleproduktionen aus der Low-Budget- und Midprice-Ecke. Wer die Serie bisher ignoriert hat aber immer schon mal wissen wollte, was das Gerade darüber eigentlich bedeutet, der findet hier einen guten Einstieg.

Freitag, 4. Dezember 2015

Vollversionen und starke Christmas-Sales im Internet

Nach den ganzen gelaufenen und noch kommenden Herbst-, Winter- und Weihnachtsverkaufsaktionen auf allen möglichen Spieleseiten im Internet haben es die traditionellen Spielezeitschriften nicht leicht, mit ihren Vollversionen monatlich neue Käufer zu finden. Wer aber nicht quasi täglich im Netz surft, der kann auch schnell mal so einen Sale verpassen. Einfacher ist es, da einfach am Kiosk oder im Supermarkt das rundum-sorglos Paket mit Datenträger sowie News aus der Branche und Spieletests zu erstehen. In diesem Monat sind das:

- Just Cause auf der Computer Bild Spiele Gold 1/16:

Ein Open World Action-Klassiker aus dem Jahr 2006, dessen dritter Teil gerade erschienen ist. Schon im Erstling gab es „over the top“ Explosionen und eine dünne Rahmenhandlung.

- Omerta - City of Gangsters ist auf Computer Bild Spiele Silber 1/16 zu finden.

Hierbei handelt es sich um eine zwei Jahre alte, grafisch spartanische Aufbau-Gangster-Simulation, die damals eher unterdurchschnittliche Wertungen einfuhr. Ein klarer Fall für Fans.

- Saints Row IV ist der 18er Download der Computer Bild Spiele Gold 01/16.

Ein völlig durchgeknalltes und hervorragendes Actionfestival für Freunde des abgedrehten Humors. Wer es immer noch nicht hat, unbedingt zugreifen, es lohnt sich.

- Dark auf PC Games Hardware 1/16 befand sich im Vormonat auf der Schwester PC Games.

Ein leider völlig unterdurchschnittlicher Schleich-Titel.

- Assassin's Creed: Liberation HD ist die Beilage auf der PC Games Extended 12/15

Das Spiel erschien als Spinoff zu Assassin’s Creed 3 im Jahr 2012 auf Sonys PSP Handheld. Zwei Jahre später wurde der Titel hochauflösend auf den auf PC portiert. Zum ersten Mal in der Serie schlüpft der Spieler hier in die Rolle einer weiblichen Heldin, die sich zu Zeiten des amerikanischen Bürgerkriegs mit den bösen Templern herumschlagen darf. Für die diversen Schleicheinlagen stehen ihr entsprechend unterschiedliche Kostüme zur Wahl.

- Das Schwarze Auge: Demonicon auf der Gamestar XL 12/15 ist ein, ein wenig untergegangenes aber durchaus solides 3D Rollenspiel aus dem Jahr 2013. Spielerisch schlägt es in die gleiche Kerbe wie die Risen oder Two Worlds Spiele. Für RPG-Fans also durchaus lohnenswert, falls sie nach Witcher 3 oder Fallout 4 noch weiteres Futter benötigen.

Da wir uns aber nicht nur auf gedrucktes deutsches Kulturgut konzentrieren wollen, riskieren wir auch noch einen Blick ins internationale World Wide Web:

Auf gog.com läuft der „Big Winter Sale“, wer hier kauft und eine bestimmte Summe ausgibt, bekommt außerdem Divine Divinity und Blackguards kostenlos obendrauf. Im Angebot gibt es z. B. The Wolf Among us für 5,79 Euro, alle drei Stalker Spiele für 11,97 Euro, Blackguards 2 für 5,99 Euro oder The Vanishing of Ethan Carter für 6,39 Euro.

Auf humblebundle.com gibt es derzeit noch das Codemasters Bundle. Enthalten sind für 5,79 Dollar bis 15 Dollar Grid und Grid 2, beide mit diversen DLCs, Colin McRae Rally, DiRT Showdown, DiRT 3, Overlord plus Raising Hell Expansion, Operation Flashpoint Complete, Hospital Tycoon, Rise of the Argonauts und Toybox Turbos.

Auf bundlestars.com locken derzeit unter anderem das „Microïds 30th Anniversary Mega Bundle“ mit stolzen 25 Titeln. Darunter etwa Syberia 1 und 2, Still Life 1 und 2, Darkstone oder Haegemonia: Legends of Iron. Aufgeteilt ist das Bundle in drei Stufen von 1,99 bis 6,99 Dollar. Für 1,99 Euro gibt es auf der gleichen Seite das „All Stars 4 Bundle“ mit neun Titeln, darunter Perlen wie Guacamelee in der Super Turbo Championship Edition, Evoland, GT Legends oder Overture.

Bei indiegala.com lockt das aktuelle Hump Day Bundle. Neben ein paar Indies ab 1 Dollar gibt es hier für 4,99 Dollar (5,68 Euro … ) unter anderem alle drei Bloodrayne Games, also 1 und 2 sowie das Sidescroll-Spinoff Betrayal. Ebenso mit dabei, das vielversprechend gestartete aber dann doch in die Hose gegangene Advent Rising, dessen Story von Orson Scott Card (Ender’s Game) ersonnen wurde.

Freitag, 13. November 2015

Devillian–Ersteindruck aus der Closed Beta

Devillian 01 bearbeitet

Im Jahre 2011 versuchte sich die damals völlig unbekannte Firma Trion Worlds mit dem hübschen aber spielerisch extrem von World of Warcraft inspirierten MMORPG Rift einen Namen zu machen - und erzielte durchaus einen Achtungserfolg. Jedoch erwies sich die Entwicklung des damals grafisch relativ aufwendigen und für eine neue Firma extrem kostspieligen Titels als finanziell nicht sehr erfolgreich und Rift wurde nach relativ kurzer Zeit vom Abo- auf ein Free to Play- (F2P) Modell umgestellt. In Folge wollte Trion Worlds mit Glyph eine eigene Onlineplattform im Stil von Steam aufbauen, auch dies scheiterte mehr oder minder. Stattdessen entwickelten sich die Amerikaner zum Publisher für andere Spiele, deren Lizenzen erworben und die dann für den westlichen Markt lokalisiert und angepasst wurden. Eines der bekanntesten Spiele die so auf Glyph erschienen ist das südkoreanische MMORPG Archeage. Mit Defiance gibt es aber auch noch einen MMORPG-Shooter, der in Begleitung zu einer Fernsehserie des Senders Syfy erschien, oder den Minecraft-Klon Trove

In Bälde soll ein weiteres Spiel folgen, das Online Hack & Slay und Action-RPG Devillian des koreanischen Entwicklers Ginno Games, welches bereits im vergangenen Jahr in Asian ans Netz ging. Ich hatte die Gelegenheit beim dritten Closed-Beta-Test an diesem Wochenende dabei zu sein und einen ersten Eindruck zu gewinnen. Ehrlich gesagt habe ich allerdings nicht so lange in dem Spiel verbracht, sondern am späteren Abend lieber wieder The Elder Scrolls Online weitergespielt. Dennoch möchte ich meine ersten Eindrücke hier teilen.

Die Charaktererstellung und das Introlevel von Devillian. Gespielt habe ich in 1080p mit maximalen Grafikeinstellungen sowie in 60 FPS mit aktiviertem VSync. Das Video läuft mit 30 FPS und ist unkommentiert. Leider ist der Ton nicht sonderlich gut, ich hatte in Windows die Lautstärke auf 20 Prozent reduziert, da ich mit ziemlich empfindlichen Kopfhörern gespielt habe, was sich scheinbar auf die Aufnahme ausgewirkt hat.
 
Devillian ist kein MMORPG, sondern ein Online-Action-RPG, das bedeutet eine fest vorgegebene Kameraperspektive von seitlich schräg oben, wobei relativ nah an den eigenen Charakter herangezoomt werden kann. Da erkennt das geübte Auge dann auch schon die ersten Schwächen, auf der maximalen Zoomstufe werden viele Hintergrundtexturen relativ matschig. Immerhin, der eigene Charakter bleibt hochauflösend. Apropos Charakter, fangen wir doch am Anfang an. Die Hintergrundstory ist relativ Banane, böse Teufel wollen guten Menschen an den Kragen, der Held vernichtet böse Teufel und alles wird gut. Der Clou an der Sache ist, durch das Besiegen von Obermotzen können Chaossteine gesammelt werden, die dazu dienen die eigene Spielfigur in einen besonders mächtigen Teufel, einen Devillian, zu verwandeln. Es gibt vier verschiedene Klassen, Berserker (männlich), Kanonier (weiblich), Schattenjäger (männlich) und Beschwörer (weiblich). Wie die Aufzählung zeigt, ist das Geschlecht für die einzelnen Klassen festgelegt. Generell sind die Individualisierungsmöglichkeiten sehr stark beschränkt. Es gibt eine Handvoll Gesichter, Frisuren und Farbanpassungen, das war es dann aber auch schon – bescheiden. Die Spielfiguren ähneln optisch typischen asiatischen Spielen wie Aion, Tera oder Blade & Soul. Das ist nicht jedermanns Geschmack, insbesondere weil alle Archetypen, wie üblich bei östlichen Games, sehr sexy gestaltet sind, mir gefällt das in der Regel jedoch. 

Die grafische Gestaltung der Hintergründe erinnert frappierend an Diablo 3, immerhin ist das Effektfeuerwerk aber gewaltiger und die Optik noch ein wenig bunter. Meinem persönlichen Empfinden nach kontrastieren allerdings die plastischen und scharfen Spielfiguren auf den weichen und pastellartigen Landschaften zu stark.

Dieses Video zeigt den Startort sowie die ersten Quests und Gegner im Spiel nach dem Intro. Auch hier habe ich unkommentiert gespielt.
 
Das Spieltempo ist hoch, ein Path of Exile wirkt wie in Zeitlupe gegen das Geschehen auf dem Bildschirm bei Devillian. Dabei stieß mir sauer auf, dass zumindest bei meiner Beschwörerin kein wirkliches Zielen möglich war, Feuerbälle und Blitze flogen unmotiviert in eine von acht Richtungen, je nachdem, in welche die Spielfigur am nächsten schaute, und das war leider häufig weit am angepeilten Feind vorbei. Bei den Quests sollte der Spieler nicht zu viel erwarten. Besser als in Torchlight 1 und sogar 2 präsentiert sich die Geschichte, an Diablo 3 oder gar ein Dungeon Siege 3 kommt Devillian jedoch nicht heran, dafür wirkt alles ein wenig zu generisch und losgelöst. Eines der Hauptaugenmerke des Titels wird jedoch ohnehin der Player versus Player (PvP) Modus sein, den ich mir mangels Interesse jedoch nicht angeschaut habe. Das Leveln ging mir zumindest in meiner kurzen Anspielzeit viel zu schnell, in weniger als 30 Minuten hatte ich Level 8 erreicht. Der derzeitige maximale Level ist 52, da es jedoch bereits Rüstungen für Level 54 und 56 gibt, ist hier wohl mit einer baldigen Anhebung zu rechnen. 

Generell lässt sich sagen, dass Devillian ein schnelles und Spaßiges Online Hack & Slay ist, das sicher immer mal wieder zu einer pausenfüllenden Runde einlädt. Es wird gewiss Spieler geben, die den Titel intensiv zocken, mir persönlich fehlte es jedoch ein wenig am Feintuning und vor allem einer wirklich spannenden Geschichte, um mich länger zu begeistern. Es wird dennoch interessant zu sehen sein, wie sich das Spiel in näherer Zukunft entwickeln wird.

Freitag, 6. November 2015

Blockierte Werbung und ein paar maue Vollversionen

Die Bildzeitung bekämpft Adblocker und verklagt die Bereitsteller von Skripten und Hersteller solcher Software, die ihren Anti-Adblocker auf der Webseite erkennen und umgehen können. Aus diesem Grund war ich am überlegen, die Computer Bild Spiele (CBS) nicht mehr aufzuführen, nur leider bleibt dann ja nicht mehr viel übrig und die Seite der CBS selbst ist bisher nicht betroffen. Wenn ich also irgendwann nicht mehr auf die Webseite der Zeitschrift komme, dann kann ich leider eben dann auch nicht mehr darüber berichten.

Das Thema Werbung im Internet ist ohnehin ein sehr heißes Eisen. Es gibt starke Befürworter, deren Argumentation ich durchaus in Maßen nachvollziehen kann: Die Seitenbetreiber leben von der Werbung. Aus diesem Grund habe ich durchaus auf einigen mir sympathische Seiten den Adblocker deaktiviert, jedoch nicht ohne Bauchschmerzen ...

Für mich als Konsument wirken die Begründungen der Adblock-Befürworter stärker. Zum einen ist ein Konzept, das einzig auf die Bezahlung der Inhalte durch Werbung aufbaut, sehr riskant. Diese Einnahmen können ja aus vielerlei Gründen wegbrechen. Ein gutes Unternehmen sieht die Werbung nur als Zubrot, generiert seine eigentlichen Einnahmen aber aus anderen Quellen. Was zugegeben bei reinen Onlineportalen die nichts verkaufen etwas schwierig sein könnte. Aber dann muss so ein Geschäftsmodell auch einmal kritisch hinterfragt werden dürfen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, die Webseiten schalten die Werbung nicht selbst, sondern dafür sind verschiedene Anbieter zuständig, welche diese Sammeln und dann von extern auf der Seite einbinden. Diese Agenturen haben in der Vergangenheit häufig bewiesen, dass sie sich weder um Schadsoftware noch die Art der Werbung großartig Gedanken machen. Wer heute ohne Adblocker surft, läuft Gefahr, sich selbst auf renommierten Webseiten schnell mal eine Malware einzufangen. Von irgendwelcher unerwünschten Pornowerbung, die plötzlich mal aufpoppt, ganz abgesehen.

Selbst das Thema Datenschutz wird von den Werbetreibenden eher lax behandelt. Ich nehme mir als Internetnutzer und Konsument allerdings das Recht heraus, das unsichtbare Tracking meines Surfverhaltens zu unterbinden.

Aber auch die Hersteller von Adblock Software kommen nicht kritiklos davon. Der bekannteste Werbebklocker, Adblock Plus, bietet für Werbetreibende die Möglichkeit, sich auf eine Whitelist setzen zu lassen – gegen Bezahlung. Meiner Ansicht nach ein Unding und ja, es ist Erpressung. Nicht der Anbieter der Software darf entscheiden, welche Werbung mir angezeigt wird, sondern einzig ich alleine entscheide, was ich für zumutbar halte und was nicht.

Kommen wir jetzt aber endlich zu den Vollversionen der aktuellen Spielezeitschriften:

- Anno 1404 - Computer Bild Spiele Gold 12/15

Der Aufbau- und Handelsklassiker sowie vierter Teil der Serie aus dem Jahr 2009 war auch schon häufiger mal einer Spielezeitschrift beigelegt und wirkt heute ein wenig angestaubt, auch wenn er immer noch Spaß macht.

- Bridge Constructor - Computer Bild Spiele Silber 12/15

Hier ist der Name Programm. Der Spieler baut Brücken und testet sie aus. Das Spiel erschien 2012 und erweist sich als relativ kurzweiliger Zeitvertreib, sofern ein gewisses Interesse an physikalischen Gesetzmäßigkeiten besteht.

- Darksiders - Computer Bild Spiele Gold 12/15

Der ab 18 Download (nur zwischen 23 und 6 Uhr) entpuppt sich als launiges Action-Adventure. Der Spieler schlüpft in die Rolle von Krieg, einem der apokalyptischen Reiter. Grafisch ist das sehr bunte Game aus dem Jahr 2010 inzwischen ein wenig angestaubt, jedoch immer noch nett anzuschauen. Die 18er Altersfreigabe wirkt heute jedoch erheblich überholt, da die comicartige Gewalt relativ blutarm ist.

- Rise of Venice - PC Games Hardware 12/15

Der Titel vom Vormonat der PC Games.

- Die Siedler 6 - PC Games Hardware 12/15

Noch ein echter Klassiker, diesmal aus dem Jahr 2007. Es gilt, eine Infrastruktur mit den populären Knuddelfiguren aufzubauen.

- Dark - PC Games Extended 11/15

Oha, eine der Gurken des Jahres 2013. Das Schleichspiel aus deutschen Landen fuhr ausschließlich vernichtende Wertungen ein. Als angehender Vampir im Cellshading-Gewand schleicht sich der Protagonist durch eine finstere Dystopie auf der Suche nach seinem Erschaffer. Gelingt es nicht, verwandelt er sich nämlich in einen aasfressenden Ghul.

- Port Royale 3 - Gamestar XL 11/15

Nettes aber unbedeutendes Handelsspiel in der Karibik aus dem Jahr 2012.

Samstag, 10. Oktober 2015

Herbstmüdigkeit bei den Vollversionen

Die Herbstmüdigkeit tritt langsam auf und leider entlocken mir auch die aktuellen Vollversionen auf den Spielezeitschriften nur mehr ein gelangweiltes Gähnen. Dies liegt nicht unbedingt an den Spielen selbst, es sind durchaus ein paar schöne Titel dabei, aber eben leider nichts Besonderes.

- Trials Evolution: Gold Edition - Computer Bild Spiele Gold 11/15
Ist ein sehr schönes und forderndes Geschicklichkeitsmotorradrennen aus dem Jahr 2013 und einer der Höhepunkte der populären Serie.

- NyxQuest – Kindred Spirits - Computer Bild Spiele Silber 11/15
Ein rätsellastiges Jump & Run im antiken Griechenland von 2011 mit interessantem Grafikstil aber laut diverser Testberichte einigen Schwächen im Gameplay.

- Metro – Last Light - Computer Bild Spiele Gold 11/15
Der 18er Download ist die Fortsetzung des stimmigen Egoshooters Metro 2033 aus dem Jahr 2013. Die Spielereihe zeichnet sich insbesondere durch die düstere, postapokalyptische Atmosphäre aus, wo die letzten Menschen in U-Bahn-Tunneln dahinsiechen.

- Assassin's Creed 2 - PC Games Hardware 11/15
Siehe Vormonat der PC Games

- Rise of Venice - PC Games Extended 10/15
Handelssimulation von Kalypso aus dem Jahr 2013 rund um Venedig im Mittelalter.

- Risen - Gamestar XL 10/15
Gutes aber inzwischen altbackenes deutsches Rollenspiel der Gothic-Väter, das 2009 erschienen ist und zwei Nachfolger hervorbrachte.

Montag, 7. September 2015

Vollversionen und ein Tom Clancy Mega-Bundle

Tja, da wollte ich diesen Monat mal schneller sein und was ist, ich musste erst mal Windows 10 neu aufsetzen. Grund ist, dass mein neuer Gehäuselüfter ordentlich hochtourig surrt, was gelegentlich ein wenig nervig sein kann. Bei der Mainboard-Software von Gigabyte kann die Lüfter-Drehzahl theoretisch jedoch eingestellt werden. Also diese rasch eingespielt – und Ende Gelände. Die Software installierte irgendwelche Updates und Treiber nach, die offensichtlich nicht für Windows 10 gedacht sind. Alle Rettungsversuche scheiterten, es kam sofort der Bluescreen und im abgesicherten Modus war ein Deinstallieren nicht möglich. Eindeutig ein Leid des „Early Adopters“. Immerhin, Windows 10 an sich wurde schon fleißig gepatcht und einige der Dinge, die ich im Artikel über das neue System noch als fehlend anmerkte, funktionieren inzwischen problemlos. So, nach dieser themenfremden Einleitung aber endlich zu den Vollversionen des Monats.

- Geheimakte 3 - Computer Bild Spiele Gold 10/15
Ein durchaus schönes Point & Click Adventure aus dem Jahr 2012, das sich Fans der Geheimakte Tunguska Serie gerne mal anschauen können, auch wenn es nicht mehr an die Vorgänger ran reicht.

- Emergency 2013 - Computer Bild Spiele Silber 10/15
Na ja, der durchwachsene Nachfolger der in bestimmten Kreisen populären Serie. Wer‘s mag …

- Tomb Raider - Computer Bild Spiele Gold 10/15
Große Überraschung. Der Nachfolger lässt zumindest auf PC noch bis Frühjahr 2016 auf sich warten. Den immer noch aktuellen und wirklich sehr guten Reboot der Serie mit einer jungen Lara sollte sich trotz kleiner Macken aber niemand entgehen lassen. Der Download des 18er Titels ist nur zwischen 23 und 6 Uhr möglich.

- Das Schwarze Auge: Demonicon - PC Games Hardware 10/15
Siehe den vorherigen Monat bei der PC Games.

- Assassin's Creed 2 - PC Games Extended 09/15
Stark verbesserte Fortsetzung des Action Adventures um Assassinen und Templer aus dem Jahr 2010 (PC Version). Für einige Spieler neben Teil 3 der beste Teil der populären Franchise.

- Battle Worlds: Kronos - Gamestar XL 9/15
Netter Battle Isle Nachfolger. Ende 2013 kam der eigentlich vom Publisher bezahlte Titel nach einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne, wo die Konsumenten das fertige Spiel noch extra bezahlten, auf den Markt. Es ist ein netter kleiner Indie-Titel, der eigentlich alles richtig macht. Grafisch orientiert er sich am Amiga-Vorbild, spielerisch gibt es zahllose Modernisierungen. Für Fans auf jeden Fall ein kleiner Geheimtipp.

Bei Humbe Bundle gibt es neben dem End of Summer Sale mit durchaus einigen interessanten stark reduzierten Einzeltiteln wie Alan Wake (5,59 Euro) und Alan Wake: American Nightmare (1,79 Euro) derzeit auch eine Sammlung mit Tom Clancy Spielen. Dabei sind: Rainbow Six, Rainbow Six 3 Gold, Rainbow Six: Vegas, Splinter Cell: Chaos Theory, Ghost Recon und ein Zugang zur Rainbow Six: Siege Multiplayer-Beta. Diese Titel sind für einen beliebigen Betrag erhältlich. Ab 10 Euro gibt es dann noch Splinter Cell, Rainbow Six: Vegas 2, Splinter Cell: Conviction, Splinter Cell: Blacklist sowie Ghost Recon: Future Soldier obendrauf. Mindestens ein weiterer Titel wird auch noch hinzugefügt. Für diese Spiele wird selbstredend uPlay benötigt.

Sonntag, 23. August 2015

Buchempfehlungen: Das Schwert der Wahrheit

Lieblingsbücher sind schwer zu fassen, vor allem, da sie sich im Laufe der Zeit immer wieder ändern, in der Regel sind es dann auch eher Lieblingsautoren. Z. B. mochte ich früher gerne die Romane von Marion Zimmer Bradley, heute kann ich mit denen allerdings kaum noch was anfangen.

Als sehr empfehlenswert, wenn auch nicht so leichte Kost, empfinde ich einige Werke von Eric Van Lustbader. Insbesondere zwei Serien. Die Erste ist die Thriller-Reihe um Nicholas Linnear, der Erstlingsband Der Ninja ist ohne Zweifel einer der besten Romane aller Zeiten. Aber auch die Folgebände sind zum Teil sehr gut. Das Zweite wäre die Fantasy-Serie "Der Sonnenuntergangs-Krieger" (Sunset Warrior), deren erste vier Romane ich verschlungen habe: Ronin, Dolman, Dai-San und Moichi. Den Jahre später erschienenen Anschlussband Drachensee kann man sich hingegen auch schenken.

Elric von Melniboné von Michael Moorcock ist ebenfalls eine düstere Fantasy-Saga. Ich kenne nur die ersten sechs Bände aber die haben es in sich. Insbesondere Fans vom Dunkelelfen Drizzt Do'Urden von R. A. Salvatore dürften hier ihren Spaß haben.

Warum ich hier eigentlich schreibe, ich habe eine neue Lieblingsbuchreihe gefunden, die sich bei mir zusammen mit den Harry Potter Romanen aus dem Stehgreif auf Platz 1 meiner „All Time Favorites“ gepflanzt hat. Zwar bin ich erst beim fünften von elf Hauptbänden, es gibt auch noch zwei Spin-offs sowie eine kürzlich gestartete Nachfolgeserie mit derzeit drei weiteren Bänden, von denen ist allerdings glaube ich erst einer auf Deutsch erschienen, dennoch kann ich mich nicht erinnern, jemals so gute Fantasy-Literatur gekostet zu haben. Die Rede ist von Das Schwert der Wahrheit von Terry Goodkind. Qualitativ sowohl inhaltlich als auch vom Schreiben tatsächlich auf einer Höhe mit den Harry Potter Romanen (ab Teil 3, vorher hat Rowling ja noch ein wenig schreiben geübt), nur halt nicht für Kinder und Jugendliche, sondern für Erwachsene. Die Romane sind stellenweise sehr brutal, inhaltlich sehr fies und bieten ständig überraschende Wendungen, die nicht aus der Luft gegriffen sind, sondern logisch aufgebaut wurden.

Was Das Schwert der Wahrheit, dessen TV Serie Legend of the Seeker fast nichts mit der Buchreihe zu tun hat, deutlich und positiv (meiner Meinung nach) von anderen Reihen wie Das Lied von Eis und Feuer (Game of Thrones) oder gar den typischen Mädchen-Fantasy-Storys mit unglaubwürdiger und langweiliger Lovestory abhebt ist, dass es zwei sehr sympathische Hauptcharaktere gibt und deren Liebesgeschichte nicht so aufgesetzt wirkt. Diese feinfühlige und bedingungslose Liebe zieht sich durch das gesamte Werk, wirkt aber nicht hanebüchen und aus der Luft gegriffen wie bei so vielen anderen Werken, wo sich der Leser zu Recht fragt, wieso sich die beiden überhaupt ineinander verknallen, weil das so völlig schnell und unrealistisch aus der Luft gegriffen ist und sie außer dem gemeinsamen Kampf gegen das Böse eigentlich gar nichts gemein haben und nicht wirklich zusammenpassen. Hier hingegen ist die Liebesgeschichte immer eher zart und tatsächlich romantisch und ein wenig im Hintergrund. Es geht um Vertrauen und Zusammenhalt, Vergebung, Einfühlung und ganz wichtig, Respekt! Um richtige Partnerschaft und nicht bloß um Liebe und Sex. Richard und Kahlan sind ein Paar, das immer wieder um ihre Liebe kämpfen muss, nichts ist selbstverständlich. Es dauert übrigens bis an das Ende von Band 4 (Band 8 alte Zählweise), bis sie sich endlich „richtig“ kriegen.

Diese sympathischen Hauptfiguren, neben Kriegszauberer und Sucher Richard als auch Mutter Konfessor Kahlan sowie die weiteren Hauptfiguren, der Oberste Zauberer Zeddicus Zu'l Zorander genannt Zedd, diverse Mord-Sith wie Berdine und Cara, die Schwestern des Lichts wie Verna und Prälatin Ann, die Schlammmenschen, allen voran Chandelen, erleben alle ihre eigene Entwicklung. Chandelen und Verna insbesondere, sie wandeln sich im Laufe der Zeit von Fieslingen mit unklarer Gesinnung zu Menschen, die in der Lage sind zu lernen und zu begreifen und sich zum Besseren zu wandeln und werden dadurch mit einmal zu wahren Sympathieträgern, deren Schicksale einen mitnehmen. Dies als auch die zarte Liebesgeschichte(n) sind es, die sich so wohltuend von anderer Fantasy wie eben Game of Thrones und selbst einem Herr der Ringe absetzt und Das Schwert der Wahrheit für mich weit vor diese katapultieren. Hier habe ich Figuren, die mir richtig ans Herz wachsen und deren Schicksal mir nahe geht, bei denen ich mitfiebern kann. Ich bin halt irgendwie doch ein alter Romantiker.

Ein paar zwielichtige Gestalten, deren Gesinnung sich der Leser nie sicher sein kein, wie etwa Richards Verwandter der Prophet Nathan oder die Hexe Shota, runden das Angebot an interessanten Figuren ab. Dazu kommen im Laufe der Zeit auch immer mal wieder gute Nebencharaktere, wobei das dann häufig die sind, die dann auch öfter mal über die Klinge springen müssen.

Apropos Sex, erotische Szenen werden in dieser Reihe nur angedeutet aber nie explizit beschrieben. Das Paar fällt sich in die Arme und dann endet der Absatz in der Regel. Auch bei den zahllosen Vergewaltigungen, die Welt von Das Schwert der Wahrheit liegt im Krieg und Armeen überziehen das Land, plündern und brandschatzen ganze Städte, wird ausschließlich das Grauen beschrieben. Das und die Gewalt als auch die zahllosen Folterszenen sind sehr detailliert beschrieben aber eben nicht als effekthascherische Blutorgie, sondern eher von der Gefühlswelt ausgehend. Die eigentliche Gewalthandlung bleibt sogar oft im Hintergrund, durch eine kühle Beschreibung des Vorkommnisses, garniert mit den Emotionen des sie Beobachtenden oder gar selbst Erlebenden wirkt sie unglaublich intensiv. Splatter und Gore entlocken mir in der Regel nur ein Achselzucken. Hier hingegen musste ich so manches Mal schlucken, denn das Kopfkino zusammen mit den beängstigenden Gefühlen wirken einfach sehr tiefgehend.

Bereits vor etlichen Jahren lief die TV-Serie, diese hatte teils wirklich gute Schauspieler, insbesondere Kahlan (Bridget Regan), Zedd (Bruce Spence) und Cara (Tabrett Bethell) waren grandios. Craig Horner als Richard hingegen ist wohl eher Geschmackssache. Ich persönlich konnte mit ihm jedenfalls nicht sonderlich viel anfangen. Leider war die Serie ziemliches Low-Budget, insbesondere bei den Spezialeffekten und den Computergrafiken. Der Pilotfilm der Serie orientiert sich stark am Beginn des ersten Romans. Als ich damals die Buchreihe parallel zur Serie anfangen wollte zu lesen, habe ich den Roman deswegen erst einmal wieder zur Seite gelegt, weil ich dachte, ich kenne alles bereits aus der Serie. Was für ein Fehler!

Nach dem Pilotfilm hat die eigentliche, zweistaffelige Serie mit den ersten beiden Romanen bis auf die grobe Hintergrundgeschichte um Bösewicht Darken Rahl und den Hüter der Unterwelt nämlich überhaupt nichts mehr zu tun. In der Serie reist das Heldentrio bestehend aus Richard, Kahlan und Zedd, später kommt noch Cara hinzu, die in den Büchern allerdings erst ganz am Ende von Band 2 (Band 4 alte Zählung) einmal kurz erwähnt wird und erst in Band 4 (7 und 8 alte Zählung) überhaupt eine nennenswerte Rolle spielt, durch die Midlands und erlebt in jeder Episode ein neues Abenteuer. Bis auf gelegentlich auftauchende Gegenstände und Personen, die wild hineingeworfen und oft aus dem Zusammenhang gerissen sind, haben diese Abenteuer jedoch überhaupt nichts mit den Büchern zu tun. In der Serie nur kurz auftauchende Figuren wie das kleine Mädchen Rachel, die Mord-Sith Denna oder die „Kräuterfrau“ Adie sind in den Büchern Hauptfiguren mit teilweise langen eigenen Handlungssträngen. Alleine der Abschnitt von Richard und Denna ist fast ein viertel Buch lang und umfasst mehrere Hundert (nervenaufreibende) Seiten. Leidig auch, in der Buchreihe entwickeln sich alle Personen nach und nach weiter, nicht nur bei ihren Fähigkeiten sondern auch als Mensch. Davon ist in der TV-Serie praktisch nichts zu bemerken.

Ansonsten nimmt sich die Serie auch noch viele Freiheiten, insbesondere bezüglich der Kultur der Midlands heraus. Im Pilotfilm stimmte es noch, Kahlan trug das weiße Kleid der Mutter Konfessor, ihre Schwester als normaler Konfessor ein schwarzes. In der Serie ist Kahlan dann mit einmal (zunächst) nicht mehr die Mutter Konfessor und fast alle Konfessoren tragen weiße Kleider. In der Romanreihe bestimmt die Haarlänge der Frau ihren gesellschaftlichen Rang. Kahlan als Mutter Konfessor (quasi eine Art Papst) trägt die Haare am längsten, selbst Königinnen tragen es kürzer und selbst Könige verneigen sich vor ihr, wenn sie ihr begegnen. Frauen im normalen Volk tragen ihre Haare kurz, Dienerinnen sind sogar oft geschoren. Wer die Bücher kennt, dem stoßen solche Dinge selbst im Nachhinein ein wenig negativ auf. Aber auch weitere Dinge wie Haar- und Augenfarben von einigen Protagonisten wurden geändert. Bösewicht Darken Rahl ist im Buch ein sehr elegant aussehender blonder Schönling, eigentlich stellt der Leser ihn sich so vor, wie Darsteller Craig Parker als Haldir in der Herr der Ringe Verfilmung direkt schon ausgesehen hat. In der Serie kommt er hingegen als typischer, dunkelhaariger Fiesling rüber.

Aber warum geht es eigentlich in den Romanen? Dies zu erläutern fällt ein wenig schwer, ohne zu viel zu verraten, da die Handlung der Buchreihe aufeinander aufbaut. Die drei Reiche D'Hara, Midlands (ein Zusammenschluss mehrerer Königreiche) sowie die Westlands sind durch magische Barrieren voneinander getrennt. Der Herrscher von D'Hara, Darken Rahl, möchte die Barriere niederreißen und die Herrschaft über alle drei Reiche erlangen. Diese Barriere hat mehrere Effekte, zum einen schließt sie sämtliche Magie aus den Westlands aus, zum anderen stellt sie eine direkte Verbindung in die Unterwelt, in das Reich der Toten, her, dessen Herrscher, genannt der Hüter (sozusagen der Teufel) alles Leben vernichten möchte und auch die normale Welt in sein Reich mit aufnehmen will. Geschaffen wurden die Barrieren vom Ersten Zauberer Zeddicus Zu'l Zorander, der damit verhindern wollte, dass Panis Rahl, Vater von Darken Rahl, die anderen Länder mit seiner Schreckensherrschaft überzieht. Ihm gelang es Panis Rahl zu töten, jedoch vergewaltigte dessen Sohn später Zedds Tochter, welche daraufhin schwanger wurde. Um sie und den ungeborenen Enkel seinem Zugriff zu entziehen, flieht Zedd durch die Barriere nach Westland. Ohne Ahnung von den Geschehnissen der Vergangenheit, noch das Zedd sein Großvater ist, wächst Richard Cypher zusammen mit seinem ehrgeizigen Stiefbruder bei seinem Stiefvater auf und wird schließlich ein Waldführer. Und hier beginnt schließlich die Handlung des ersten Romans.

Darken Rahl gelang es, die Barriere zwischen D’Hara und den Midlands zu schwächen und in diese einzufallen. Mithilfe der drei Kästchen der Ordnung will Rahl gottgleiche Macht erlangen, der Herrscher über Leben und Tod jedes einzelnen Menschen wird. In höchster Not schaffen es die letzten noch lebenden Zauberer der Midlands eine Lücke durch die Barriere in die Westlands zu schlagen, sodass die Mutter Konfessor hindurchschlüpfen und sich auf die Suche nach dem Obersten Zauberer machen kann. Nur dieser kann einen Sucher der Wahrheit ernennen, der laut alter Prophezeiungen als Einziger in der Lage sein könnte, Darken Rahl Einhalt zu gebieten. Allerdings gelingt es auch einigen Häschern des Bösewichts sie zu verfolgen. Ein Quadron D’Haranischer Soldaten ist ihr dicht auf den Fersen. In dieser Situation trifft sie auf Richard, der ihr hilft ihren Verfolgern zu entkommen und sie letztlich zu Zedd bringt. Dieser ernennt daraufhin Richard zum Sucher und überreicht ihm das Schwert der Wahrheit.

Gemeinsam mit Richards Freund Chase, einem Grenzwächter, machen sich die Drei auf, zurück in die Midlands. Dabei werden Chase und Zedd durch eine Berührung mit Wesen in der Barriere in ein Koma geworfen, sodass Kahlan und Richard alleine weiter ziehen und die beiden Freunde bei der Magierin Adie zurücklassen müssen. In den Midlands landen die Konfessorin und der Sucher zunächst in einer kahlen Einöde und treffen dort, abseits der Zivilisation, auf den Stamm der Schlammmenschen, wo sie sich rasch Freunde, allerdings auch einige Feinde machen.

In der Zwischenzeit leidet ein kleines Mädchen Namens Rachel als „Spielgefährtin“ einer verzogenen Prinzessin ihre ganz eigenen Qualen. Mithilfe des letzten noch lebenden Zauberers in den Midlands gelingt ihr schließlich die Flucht – zusammen mit dem dritten Kästchen der Ordnung.

Im weiteren Verlauf der Geschichte wird Richard von den Mord-Sith gefangen genommen und von seinen Freunden getrennt. Mord-Sith sind grausame weibliche Foltermeisterinnen und gehören zur Leibwache von Darken Rahl. Sie sind nicht nur gegen Magie immun, wenn sie von einem Magier angegriffen werden, erlangen sie sogar die Macht über dessen Kräfte. Als Richard versucht die Magie des Schwertes gegen die Mord-Sith Denna einzusetzen bekommt sie dadurch die Kontrolle über ihn und macht ihn zu ihrem Sklaven. Auf Befehl Darken Rahls züchtigt und vergewaltigt sie den Sucher wochenlang um ihn zu brechen. Denn Darken Rahl weiß inzwischen, dass Richard sein Sohn ist und sein einziger Nachkomme mit der Gabe der Zauberer.

Nach seiner Entlassung aus Dennas Obhut drängt die Zeit, Rahl hat alle drei Kästchen und das finstere Ritual diese zu öffnen steht kurz bevor. Mithilfe des roten Drachen Scarlets kann der Sucher schnell in den Midlands hin- und herreisen und erfährt dabei, dass sein Stiefbruder Michael es war, der ihn an Rahl verraten hat.

Im finalen Endkampf schließlich begeht Richard einen schlimmen Fehler, durch den ein Riss im Schleier zur Unterwelt entsteht. Der Hüter selbst drängt durch diese zufällige Gelegenheit darauf, die Welt der Lebenden in sein Reich einzugliedern. Diesen Fehler wieder auszubügeln, was die Geschehnisse von Band 2 wiedergibt (3 und 4 nach alter Zählung), erweist sich als noch anspruchsvoller als der Kampf gegen seinen Vater, der war immerhin letztlich nur ein Mensch. Der Hüter jedoch hat viele Gefolgsleute, sogenannte Verderbte, Menschen, die ihm ergeben sind und sich auch unerkannt in den eigenen Reihen befinden könnten.

Richard hat beide Seiten der Gabe der Zauberer, von seinem Großvater die additive Magie und von seinem Vater die subtraktive Magie, geerbt, kann diese aber nicht kontrollieren und leidet Höllenqualen, die drohen ihn umzubringen. Die Schwestern des Lichts versprechen Abhilfe, allerdings hat die Sache ein paar Haken. Zum einen liegt ihr Palast des Propheten unter einem Zauberbann der die Zeit verändert, zum anderen ist der Palast von Schwestern der Finsternis unterwandert, die sich dem Hüter verschrieben haben. Außerdem befindet sich der Palast hinter einer weiteren magischen Barriere in der sogenannten Alten Welt. Und diese wird von Kaiser Jagang regiert, einem Traumwandler, der durch seine Macht jeden beliebigen Menschen kontrollieren kann. Sein Ziel ist es nicht nur die Welt zu erobern (mal wieder), sondern auch mithilfe der Imperialen Ordnung alle Magie aus ihr zu tilgen. Einzig Richard als Erbe von Darken Rahl und somit Herrscher von D’Hara, kann sich ihm in den Weg stellen, denn er und sein ihm ergebenes Volk sind durch einen Zauberbann seiner Vorfahren vor der Beeinflussung durch den Traumwandler geschützt. Alte Prophezeiungen drängen Richard und Kahlan Dinge zu tun, die immer aufs Neue einen hohen Preis fordern (ab Band 3, Buch 5 und 6 der alten deutschen Zählweise). Der Kampf gegen die Imperiale Ordnung wird zu einer Lebensaufgabe, deren Finale erst im elften und abschließenden Band der Reihe erfolgt.

Das Schwert der Wahrheit bietet neben vielerlei Anleihen an die reale Geschichte, wie bereits erwähnt ist die Mutter Konfessor eine Art Äquivalent zum Papst, der Lebensborn, der vorgeblich Verderbte jagt, ist nichts anderes als die Inquisition, bei der Hintergrundgeschichte an sich wenig mehr als die übliche Fantasy-Kost des Kampfes zwischen Gut und Böse. Besonders wird die Buchreihe durch die vielen Erlebnisse, intelligenten Wendungen und Kniffe sowie der emotionalen Achterbahnfahrt, die sich der Leser aussetzt, während er den Abenteuern von Richard und Kahlan folgt. Dabei bleibt kaum Luft zum Atmen, ein Ereignis überrumpelt das nächste, und während ein Problem kaum gelöst ist, tauchen am Horizont schon wieder drei neue Bedrohungen auf. Das lässt die Spannung konstant anhalten und macht die Bücher zu einem außergewöhnlichen Erlebnis, sodass ich sie beim Lesen nur ungerne wieder aus der Hand gelegt habe sondern immer wissen wollte, wie es weiter geht.

Dienstag, 11. August 2015

Windows 10: persönliche Eindrücke

Windows 10

Eigentlich bin ich nicht der Mensch, der etwas Neues immer sofort haben muss. Ausgerechnet bei Betriebssystemen sieht die Sache oftmals jedoch ein wenig anders aus. Das liegt wahrscheinlich daran, dass es insbesondere in den vergangenen 15 Jahren immer relativ lange gedauert hat, bis ein neues Windows erschienen ist. Nachdem ich Windows 8 ausgelassen habe, meine Eindrücke aus der 14-tägigen Nutzung eines Firmenlaptops waren alles andere als positiv, freute ich mich nach nunmehr sechs Jahren dann aber doch, das altehrwürdige Windows 7 endlich mal in Rente schicken zu können. Vorweggesagt, einen wirklichen Grund zum Umsteigen gibt es gerade auf einem Desktoprechner allerdings nicht, es sei denn, als Spieler wird irgendwann DirectX 12 zur Pflicht.

Aus „Sicherheitsgründen“ musste zunächst mein vier Jahre altes kleines Samsung Sens N 145Plus Netbook herhalten. Das Gerät stammt direkt aus Süd-Korea und besitzt eine größere Festplatte als das deutsche Pendant. Außerdem habe ich das RAM von 1 GB auf 2 GB erweitert und das mitgelieferte koreanische Windows 7 Starter wurde damals direkt durch Windows 7 Professional in der 32 Bit Version ersetzt. Angestoßen habe ich das Update mit dem Microsoft Media Creation Tool: https://www.microsoft.com/de-de/software-download/windows10, was supereinfach vonstattenging. Es dauerte auf dem lahmen Gerät mit 1,6 GHz Intel Atom N450 inklusive Download etwa sechs Stunden aber danach funktionierte sofort alles reibungslos. Bei der Geschwindigkeit sowohl beim Booten als auch im Betrieb konnte ich keinen Unterschied zu vorher feststellen, dafür belegte das System erheblich weniger Festplattenplatz als vorher, trotz Sicherung des Altsystems im Ordner Windows.old. Ein Phänomen, welches ich auch auf meinen anderen Geräten mit großem Wohlwollen registriert habe.

Ein kleines Problem tauchte bezüglich der Änderung der Bildschirmhelligkeit auf. Der Regler von Win 10 und der des Notebooks kollidieren irgendwie miteinander, es leuchten beide auf, wenn die FN-Taste gedrückt wird. Dann ist der Windows 10 Regler auf Minimum und der des Netbooks nur einen Balken unter Maximum, sodass sich der Regler nicht verschieben lässt. Auch ansonsten ließ sich in der Systemsteuerung selbst unter den Energiesparoptionen die Helligkeit nicht ändern. Ein ähnliches Problem trat schon unter Windows 7 bei Verwendung des letzten erschienen Grafiktreibers für die Intel HD 3150 GPU auf, die FN-Tasten funktionierten dann komplett nicht. Abhilfe schaffte damals die Nutzung eines älteren Treibers.

Die folgende Installation auf meinem Asus X43S Laptop mit Core i3 CPU und 2,1 GHz Takt sowie 4 GB RAM und Geforce GTX 860m verlief noch problemloser als beim Netbook. Alles funktionierte sofort wunderbar und ohne Einschränkungen.

Mein Eindruck der Grafischen Benutzeroberfläche (GUI) von Windows 10 ist bisher jedoch ein wenig durchwachsen. Zunächst finde ich die neue GUI durchaus recht modern und ansprechend - allerdings mit einigen Abstrichen. An Aero von Windows 7 oder gar Vista kommt das neue Design meiner Ansicht nach letztlich nicht heran. Immerhin gibt es teilweise transparente Fenster und der Look ist relativ modern. Aber es fehlt einfach die Coolness, da alles extrem schlicht gestaltet ist. Die weißen oberen Taskleisten von Fenstern sind außerdem ein Totalreinfall, sie liefern einen so extrem krassen Kontrast zum restlichen Design, das tut richtig in den Augen weh, weil sie so grell strahlen. Auch die neuen Menüs für die Einstellungen sind mir mit ihrem Dunkelgrau auf Hellgrau einfach ein wenig zu schlicht und bieten daneben noch Anlass zu weiterer Kritik.

Die neue Windows 10 Oberfläche fühlt sich nämlich nicht selbstständig und wie aus einem Guss an, sondern vielmehr wie ein grafischer Aufsatz, der einfach über Windows 7 drübergestülpt wurde (Win 7 und nicht 8 wohlgemerkt). Ich habe nicht schlecht gestaunt, ein Großteil der Win 7 Systemsteuerungseinstellungen sind noch vorhanden. Allerdings gibt es einige davon auch in 10er Form, also oftmals doppelt. Beim Aufrufen von msconfig.exe wird das Win 7 Programm anstandslos gestartet, geht man dann aber auf den Karteireiter „Autostart“ steht dort schlicht ein Hinweis, dass Autostarts jetzt im Taskmanager konfiguriert werden. Wieso gab es diesen Karteireiter dann überhaupt noch? Und diese Win 7 Überbleibsel trifft man halt an allen Ecken und Enden. Dadurch fühlt sich Win 10 einfach nicht richtig an, nicht eigenständig, eben baustellenmäßig.

In den neuen Windows 10 Einstellungen müssen jetzt, wie inzwischen bei Android und Co üblich, Änderungen nicht mehr extra mit „Übernehmen“ und / oder „Okay“ bestätigt werden, sie gelten einfach. Eigentlich eine gute Sache, subjektiv gefühlt fehlt mir aber die Sicherheit, ob meine Änderungen wirklich übernommen wurden und ob ich sie einfach wieder rückgängig machen kann.

Etwas nervig empfinde ich den Log-in. Alle meine Rechner zu Hause haben schlicht das gleiche Log-in-Passwort. Beim ersten Start musste ich das auch hier normal eingeben. Dann habe ich aber im System ein Microsoft-Konto aktiviert. Ist dieses aktiv, erfolgt das Einloggen ab dem nächsten Neustart des Systems dann mit diesem „E-Mail“-Account, außerdem erscheint nach dem Booten erst eine Art Bildschirmschoner, der zunächst weggedrückt werden muss, bevor das Passwort eingegeben werden kann. Alles in allem empfinde ich diese Lösung als ein wenig ungünstig. Bei mehreren Nutzern, etwa in Familien oder Firmen, ist es so nämlich absolute Pflicht, dass jeder sein eigenes Konto nutzt, auf einem Rechner also in jedem Fall mehrere Konten angelegt werden müssen. Das „Microsoft“-Konto ist kein Muss, aber ohne funktionieren halt die ganzen neuen (Web-) Features wie OneCloud, Cortana, XBox oder auch der Shop nicht. Neu installierte Apps tauchen bei mir im Startmenü übrigens nicht sofort auf, sondern erst nach vielen Minuten.

Ein paar Kleinigkeiten noch, das neue Startmenü finde ich durchaus als angenehm. Cortana bzw. die Suchleiste sind aus dem Startmenü in die normale Taskleiste gewandert. Gerade bei kleinen Schirmen wie meinem Netbook mit seinen 1024 x 600 Pixeln bleibt da jedoch nicht viel Raum. Auch würde ich gerne die Einträge bei Cortana, wie Essen & Trinken etc. komplett löschen und nicht nur deaktivieren können. Generell scheint die Suchleiste übrigens schneller im Internet etwas zu finden als auf dem heimischen Computer, auch das stört mich persönlich ein wenig, da Suchtreffer im Web schnell fast das gesamte Fenster einnehmen und der lokalen Suche nur ein oder zwei Zeilen bleiben. Das „Ding“ dabei, wenn ich in der Suchleiste tippe, dann in der Regel, weil ich ein bestimmtes Programm oder eine spezielle lokale Datei suche und aufrufen will. Will ich hingegen im Internet etwas suchen, dann nehme ich sowieso den Webbrowser. Apropos Webbrowser, Edge lief schnell und stabil, erinnert mich allerdings ziemlich an Chrome. Nur wo Chrome halt die Google-„Verdongelung“ hat, hat Edge eben Microsoft. Weiß nicht, ob ich diesen Trend gut finden soll, selbst bei Mozillas Firefox ist das inzwischen ja nicht viel anders.

Während das Update von Windows 7 auf meinem Netbook von Win 7 Pro 32 Bit und Notebook von Win 7 Home 64 Bit absolut einwandfrei und problemlos funktionierte, sah es auf dem Desktop PC mit Win 7 Pro 64 Bit völlig anders aus. Bei den ersten beiden Versuchen einfach ein Update drüberzuziehen funktionierten anschließend unter Win 10 weder das Startmenü noch das Sucheingabefeld oder Cortana. Auch Apps gingen nicht. Beim dritten Anlauf hat die Installation dann die Hälfte meiner Anwendungsprogramme geschrottet. Daraufhin entschloss ich mich zu einer Formatierung der Systemplatte, einer 120 GB SSD, und kompletten Neuinstallation von einem USB-Stick. Dabei trat auch ein Problem wieder auf, das ich vorher bei den Updates schon ständig hatte, nach einigen Minuten wurde der Bildschirm schwarz und ließ sich auch nicht mehr einschalten, sobald die Grafik in voller Bildschirmauflösung, also 1080p, lief, was beim Upgrade halt der Ausgangszustand war. Scheinbar hat der bei der Installation verwendete eigene Microsoft Grafiktreiber erhebliche Probleme mit meiner AMD Radeon HD 6770.

Auch gab es diesmal ein paar weitere kleinere Treiberprobleme. Nach dem Update funktionierte meine zusätzliche USB 3.0 Karte problemlos, nach der kompletten Neuinstallation musste ich zunächst jedoch die alten Herstellertreiber von Windows 7 neu einspielen, damit die Geräte auch tatsächlich mit USB 3.0 Geschwindigkeit liefen. Berüchtigt ist auch das Treiberproblem bei Creative Soundkarten. Mit meiner Soundblaster X-Fi Gamer funktioniert dieser Treiber zum Glück jedoch hervorragend: http://www.chip.de/downloads/Creative-Soundblaster-Windows-10-Treiber-SB-X-Fi-Series-Support-Pack-Inoffiziell_81584996.html

Nach der kompletten Neuinstallation fielen mir dann plötzlich sehr viele Dinge auf, die mir nach dem Update nicht aufgefallen waren, weil Windows 10 dort die Einstellungen von Windows 7 übernommen hatte. Als Erstes der Abstand der Icons auf dem Desktop, dieser ist nämlich riesig, wirklich geradezu abnorm gewaltig! Was Microsoft sich dabei gedacht hat, kann ich nicht nachvollziehen. Jetzt kommt aber der Hammer: Bei Windows 7 konnte man den horizontalen und vertikalen Abstand bequem in den Anzeigeeinstellungen ändern. Bei Windows 10 geht das nicht! Man muss die Werte manuell in der Registry eintragen. Als Alternative habe ich ein kleines Tool gefunden: http://www.downloadinformer.com/2012/08/desktop-icons-spacing-controller.html. Der Nachteil an diesen beiden Lösungen, man muss den Rechner neu starten, um Änderungen zu sehen. Das heißt, es ist einiges an Probieren notwendig - und sehr viele Neustarts - bis die Abstände dem eigenen Geschmack entsprechen. Nett hingegen, mit gedrückter STRG-Taste und dem Mausrad lassen sich die Icons auf dem Desktop sehr einfach beliebig in der Größe ändern.

Ein weiteres derzeit noch ungelöstes Problem bei mir betrifft das Heimnetzwerk. Bisher konnte ich mich mit dem sauberen Windows 10 schlicht nicht einklinken. Trotz aller gesetzten Freigaben weigert sich mein PC, sich mit den anderen Rechnern zu verbinden, bzw. wird der Desktop-PC schlicht nicht im Netzwerk angezeigt. Bei den anderen Windows 10 Rechnern, die durch das Update liefen, funktionierte dies sofort problemlos. Auch mit dem Android Tablet komme momentan nicht mehr über WLAN auf den PC. Es kommen auch Fehlermeldungen, dass irgendwelche Netzwerkdienste nicht gestartet werden konnten. Hier muss ich wohl noch einiges an Arbeit und Nerven investieren. Nach dem Erstellen einer neuen Heimnetzgruppe auf dem Notebook konnte ich dieser immerhin mit dem Desktoprechner beitreten, allerdings habe ich dadurch immer noch keine Möglichkeit auf die einzelnen Partitionen des jeweils anderen Rechners zuzugreifen, in der Heimnetzgruppe sind nur die freigegebenen Benutzerordner verfügbar.

Ebenso unausgegoren, ich benutze als Desktophintergrund einen Bilderordner mit eigenen Wallpapern. Die Bilder sollen als Diashow in zufälliger Reihenfolge abgespielt werden. Bei den zwei portablen Rechnern kein Problem, das geht wohl automatisch von früher. Bei dem PC mit dem neuen Windows gibt es aber keine Möglichkeit eine zufällige Wiedergabe einzustellen, er spielt die Fotos stur der Reihe nach runter. Dämlich! Bei mehreren Monitoren werden auf jedem unterschiedliche Hintergrundbilder angezeigt, was sich aber nicht ändern lässt, wenn das nicht gewollt ist. Zwiespältig, mir gefällt’s, aber die Wahl zu haben wäre dennoch wünschenswert. Super hingegen, auch auf den anderen Monitoren lässt sich endlich bei Bedarf die Taskleiste einblenden.

Schwach finde ich wiederum die lange geforderten und endlich implementierten virtuellen Desktops. Für mich würden die nur Sinn machen, wenn es wirklich eigenständige Desktops wären, auf denen z. B. auch Verknüpfungen und Ähnliches abgelegt werden können, tatsächlich sind es aber nur Klone des Hauptdesktops die sich nicht ändern lassen. Sie machen hier also nur Sinn, wenn viele Programme, also mind. zwei je Desktop, immer gleichzeitig geöffnet sein sollen. Für mich eine sinnlose Funktion, da man vorher auch schon problemlos mit ALT und TAB zwischen den Anwendungen hin- und herschalten konnte. Jetzt können dadurch halt mehrere Anwendungen gleichzeitig in den Vordergrund geholt werden, mehr nicht. Vielleicht unter Umständen marginal interessant für Leute, die keinen zweiten Monitor besitzen.

Auf dem potenten Desktop PC mit Core i5 und 3,4 bis 3,8 GHz sowie 16 GB RAM machen sich ansonsten, wie schon auf dem schwachen Netbook, keine Geschwindigkeitsunterschiede zu Windows 7 bemerkbar. Erheblich profitiert hat hingegen das Notebook, welches nicht nur erheblich schneller hochfährt, sondern sich auch beim Starten von Anwendungen flotter anfühlt.

Viel gemeckert wird im Netz über fehlende Programme. Tatsache ist, wie schon bei Windows 7 und 8 lassen sich diese problemlos und kostenfrei nachinstallieren: http://windows.microsoft.com/de-de/windows-live/essentials. Bei den Windows Essentials handelt es sich um die Version von Windows 8 aus dem Jahr 2012, dort enthalten ist etwa Windows Live Mail, ein entgegen seinem Rufes sehr gutes E-Mail Programm, sowie der Movie Maker oder die Fotogalerie. Auch der altbekannte Medienplayer ist unter Windows 10 enthalten. Damit dieser, falls im Falle einer Neuinstallation nicht von Haus aus möglich, wieder DVDs abspielen kann, ist es problemlos möglich sich einen Codecpack herunterzuladen, was ohnehin ratsam ist, für den Fall, dass mal ein „exotisches“ Format abgespielt werden soll: http://www.chip.de/downloads/K-Lite-Mega-Codec-Pack_23300451.html. Das Problem mit der DVD-Wiedergabe hat rein lizenzrechtliche Gründe. Für jedes verteilte Windows müsste Microsoft sonst Gebühren zahlen. Aus dem gleichen Grund gibt es auch auf vielen anderen Systemen keine Möglichkeit von Haus aus DVD-Filme abzuspielen. Von Blu-rays müssen wir da erst gar nicht anfangen, alle offiziellen Player kosten Geld, die kostenlosen funktionieren zumeist nicht nur nicht richtig, sondern befinden sich letztlich auch in einer rechtlichen Grauzone.

Grundsätzlich ist Windows 10 ein gutes System, so mein Fazit. Aber im Vergleich zu Windows 7 ist es derzeit noch eine extreme Baustelle, wo sehr viele Funktionen schlicht fehlen. Vieles was aus der alten Systemsteuerung entfernt wurde ist in der neuen noch nicht implementiert. Der Schwachsinn mit den zwei verschiedenen Systemsteuerungen und ihren teilweise doppelt vorhandenen Funktionen ist ohnehin ein schlechter Scherz. Dafür läuft das System stabil und mindestens genauso flüssig wie Windows 7, je nach Rechner könnte es sogar einen spürbaren Leistungsschub geben. Was ich mir wünschte, wäre das Verschwinden aller Windows 7 Überbleibsel und deren Integration in die neue Oberfläche, damit sich das neue Betriebssystem wirklich einheitlich anfühlt und bedienen lässt. Außerdem sollten die bereits aus der Windows 7 Systemsteuerung gestrichenen Funktionen unbedingt wieder in das System eingebaut werden, denn dessen Fehlen empfinde ich teilweise als geradezu schmerzhaft, vor allem bei elementaren Funktionen wie der zufälligen Wiedergabe einer Diashow.