Samstag, 25. Januar 2014

Das MMO-Sterben geht weiter

Neues Jahr, neues Glück!? Nicht für Online-Rollenspiele. Wurden schon 2013 einige Titel eingestellt und andere mehr oder minder überraschend zu einem Free to Play (F2P) Modell umgewandelt, während im Gegenzug kaum neue Games das Licht der Welt erblickten, kann dies durchaus als Hinweis darauf gelten, dass die Hochphase der MMORPGs endgültig vorüber scheint. So werden 2014 mit The Elder Scrolls Online von Bethesda, Wildstar vom koreanischen MMO-Riesen NC Soft sowie Everquest Next / Landmark von Sony immerhin drei große neue Spiele erwartet. Im Gegensatz dazu kündigte ausgerechnet Sony Online Entertainment (SOE) jetzt an, gleich vier ihrer Online-Games abzuschalten. Bei Star Wars: Clone Wars Adventures und Free Realms werden bereits am 31. März 2014 die Lichter ausgehen, bei Wizardry Online und Vanguard – Saga of Heroes wird am 31. Juli der Stecker gezogen.

So ganz überraschen kann diese Mitteilung nicht, denn quasi gleichzeitig wird Anfang April der „All Access Pass“ eingeführt, mit dem Abonnenten für knapp 15 Euro im Monat zugriff auf sämtliche SOE-Titel auf einmal bekommen. Dazu zählen unter anderem Everquest 2, DC Universe Online oder auch Planetside 2. Die Weiterführung der oben genannten bald eingestellten Titel hätte sich aufgrund der geringen Spielerzahlen wohl einfach nicht mehr rentiert. Übrigens zählt auch Dragon’s Prophet zu den SOE-Spielen, zumindest wenn auf die deutsche Version verzichtet werden kann, in Europa liegt der Vertrieb des Runewaker-Titels (Runes of Magic) nämlich bei Deep Silver.

Einem Free Realms werden wohl die wenigsten gestandenen Rollenspieler eine Träne nachweinen. Das für Kinder gedachte MMO war in erster Linie eine Anhäufung von Minispielen und virtueller Chatroom, wo die Kleinen dank Mikrotransaktionen gleich auch noch ihr Taschengeld verpulvern konnten. Auch das Clone Wars Adventures war nie ein richtiger Konkurrent zu einem Star Wars: The old Republic und richtete sich vornehmlich an Casualspieler und Fans der TV-Serie.

Anders sieht es bei Vanguard aus, wobei dieses von vornherein zu keinem Zeitpunkt unter einem guten Stern stand. Die Ähnlichkeit zu Everquest 2 war zu groß, die anvisierte Hardcore-Gamer Gruppe, die ein Open World Sandbox Game wollten, zu gering und vor allem bei Erscheinen waren die Systemanforderungen zu horrend und die Bugs zu mannigfaltig, sprich das Spiel ist bis heute immer eine riesige Baustelle geblieben. Aber gerade das Dahinscheiden von Vanguard sehe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Zum einen hat so ein unfertiger und schlecht gepflegter Titel einfach keine Daseinsberechtigung, zum anderen beweist es jedoch auch, dass ein solches Game im Triple-A-Format, wie es von vielen Spielern in Foren immer und immer wieder gefordert wird, wirtschaftlich nicht tragfähig ist, da die Stimmen dieser Hardcore-Zocker zwar laut aber letztlich einfach doch eine verschwindend geringe Minderheit sind. Das Gros der Gamer bevorzugt schlicht die sogenannten Themepark-MMOs im Stile eines World of Warcraft oder Rift. Gespannt blicke ich deswegen jetzt noch mehr auf das (irgendwann) kommende Archeage, welches ähnliche Ansätze wie Vanguard verfolgt, jedoch ein wenig Massenmarktkompatibler gestaltet wurde – übrigens sehr zum Leidwesen besagter Hardcore-Gamer, die sich darüber schon lauthals echauffieren. Man kann es eben niemanden recht machen …

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